Stentbehandlung bei erektiler Dysfunktion

Die Stentbehandlung bei erektiler Dysfunktion auf dem Boden arterieller Obstruktionen der Penis-versorgenden Gefässe ist seit wenigen Jahren technisch machbar. Während Obstruktionen der proximalen Beckenarterien (Aa. iliacae communes, Aa. iliacae externae) bereits seit vielen Jahren erfolgreich kathetertechnisch behandelt werden können, wurde die Revaskularisation der A. pudenda interna in den letzten Jahren vor allem durch Miniaturisierung des Kathetermaterials ermöglicht.

Aktuell ist die wissenschaftliche Datenlage noch rar: Rogers und Kollegen behandelten im Rahmen der ZEN-Studie 30 Männer im Alter von etwa 60 Jahren und einem suboptimalen Ansprechen auf Phosphodiesterase-Inhibitoren mit einer angiographisch verifizierten Stenose einer oder beider Aa. pudendae internae mittels Implantation medikamenten-beschichteter Koronarstents.

Insgesamt mussten für diese Studie 383 Patienten gescreent und 89 angiographiert werden. Etwa ein Drittel der Patienten eigneten sich aufgrund fehlender Makro-Obstruktionen, ein weiteres Drittel aufgrund zu starker Obstruktionen nicht für eine Dilatation. Der technische Erfolg der Intervention betrug 100%. Nach Stentimplantation hatten knapp 60% der dilatierten Patienten eine funktionelle Verbesserung bei Verbesserung der penilen Durchblutung. Nach 6 Monaten betrug die angiographisch verifizierte Restenoserate jedoch 34%. Diese Pilot-Studie zeigt ermutigende Ergebnisse der endovaskulären Therapie bei Patienten mit arteriosklerotisch bedingter ED.

Zwischenzeitlich haben wir über 400 Patienten mit arteriell bedingter erektiler Dysfunktion kathetertechnisch, meistens mit modernsten medikamenten-beschichteten Stents, behandelt. Im Rahmen einer Untersuchung der ersten 50 Patienten (im Gegensatz zur o.g. Studie gab es keine Ausschlusskriterien), fand sich bei 76% nach 3 und bei 65% nach 12 Monaten eine deutliche Verbesserung der Erektion. Zu beachten ist, dass diese Studie diverse Patienten mit relevanten Komordibitäten (S. n. radikaler Prostatektomie, Diabetes mellitus, etc.) eingeschlossen hatte, die einen durch die PTA nicht korrigierbaren Einfluss auf die erektile Funktion haben. Der Eingriff ist mit den üblichen Risiken einer endovaskulären Revaskularisation verbunden, die in der Hand erfahrener Interventionalisten in einer kumulativen Häufigkeit von weniger als ein Prozent auftreten.

Abbildung 1 zeigt ein angiographisches Beispiel einer mittels medikamenten-beschichteten Stent behandelten Verengung einer Pudendalarterie.

Abbildung 1: Angiographische Darstellung der pudendalen Arterien bei einem 57jährigen Patienten mit erektiler Dysfunktion, welcher nicht auf Sildenafil und auch nicht auf eine SKAT Therapie ansprach.

Links Status vor und rechts Status nach Stenting der A. penis communis (1) und der A. profunda penis (2)

 

Literatur
Rogers et al.: Drug-Eluting Stenting for Erectile Dysfunction, JACC Vol. 60, No. 25, 2012, December 25, 2012:2618-27