Lunge

Die Lungen sind zuständig für die Sauerstoffversorgung des menschlichen Körpers und aller seiner Organe. Dafür wird das Blut über die rechte Herzkammer in die Lungen gepumpt und während der Passage durch die feinsten Gefässe mit Sauerstoff aufgesättigt. Der Gasaustausch erfolgt in den einzelnen Lungenbläschen, wobei das Blut Sauerstoff aufnimmt und gleichzeitig Verbrauchsprodukte aus dem Blut abgeatmet werden können (Bsp. CO2). Die Lunge hat wegen ihrer grossen Kontaktfläche zur Aussenwelt auch eine wesentliche immunologische Funktion. Die Lungen sind durch diesen Aussenkontakt gefährdet für Krankheiten aller Art, insbesondere Infektionen, Allergien und Tumorkrankheiten.

Operationen an den Lungen sind meistens notwendig wenn Tumorkrankheiten oder schwere Infektionen die Lunge bedrohen. Von zunehmender Bedeutung sind auch diagnostische Eingriffe welche im Rahmen von Screeninguntersuchungen bei Risikopatienten (Raucher) zur Klärung kleiner Befunde und Rundherde (Frühstadien des Krebses) durchgeführt werden.

Eingriffe an der Lunge

Operationen bei Lungenkrebs

Operationen bei Lungenkrebs

Ist ein Lungenkrebs aufgrund der Abklärungen mittels PET oder CT operabel, wird in der Regel ein Lungenlappen oder ein ganzer Lungenflügel inklusive der anatomisch relevanten Lymphknoten entfernt und weiter untersucht. Solche Eingriffe können sowohl minimal invasiv (Thorakoskopie/Videotechnische Chirurgie) oder konventionell offen durchgeführt werden.

Je nach Art des Krebses ist eine Zusatzbehandlung (Bestrahlung oder Chemotherapie) notwendig, dies gilt insbesondere dann, wenn Lymphknoten ebenfalls vom Krebs befallen sind. Lungenkrebsoperationen sind Routine-Eingriffe und Komplikationen entsprechend selten, der Spitalaufenthalt beträgt ca. eine Woche.

Operationen bei gutartigen Lungentumoren

Operationen bei gutartigen Lungentumoren

Gutartige Befunde können in aller Regel mit der Thorakoskopischen Methode behandelt werden. Die Befunde können einfach entfernt und mit Hilfe eines Bergebeutels ohne Eröffnung der Brusthöhle entfernt werden. Der Spitalaufenthalt dauert meist nur wenige Tage.

Operationen beim Lungenemphysem

Operationen beim Lungenemphysem

Ist die Lunge durch toxische Substanzen, insbesondere Zigarettenrauch schwer geschädigt worden, kann es zu Überblähungen einzelner Lungenbläschen kommen, welche dann das noch normale Lungengewebe verdrängen und so die Leistungsfähigkeit der Lunge insgesamt stark eingeschränkt wird. Mit einer Entfernung der überblähten Areale kann die Funktion wieder verbessert werden. Die sogenannte chirurgische Volumenresektion dient also dazu die überblähten Areale wegzunehmen. Auch dieser Eingriff wird thorakoskopisch ausgeführt und der Spitalaufenthalt ist meist weniger als eine Woche.

Technik der Lungenresektion

Die Lunge ist in verschiedene Lappen und Segmente unterteilt und je nach Erkrankung/Befall des entsprechenden Lungenabschnittes stehen verschieden Operationstechniken zur Verfügung.

Pneumonektomie

Pneumonektomie = Totalentfernung eines ganzen Lungenflügels in der Regel in Kombination mit einer radikalen Lymphknotenausräumung (mediastinale Lymphadenektomie). Wird gemacht bei: fortgeschrittenem Lungenkrebs oder bei Rückfall eines Lungenkrebses

Erweiterte Pleuropneumonektomie

Erweiterte Pleuropneumonektomie = Totalentfernung eines Lungenflügels inklusive Brustfell und Lymphknoten. Wird gemacht bei: Mesotheliom im Rahmen multimodaler Therapiekonzepte.

Lobektomie

Lobektomie = Entfernung eines Lungenlappens inklusive mediastinaler Lymphknoten.
Wird gemacht bei: Lokal resektablen Lungenkrebs, entzündlichen Lungenerkrankungen wie Bronchiektasen (sackförmige Erweiterung der Luftwege).

Segmentresektion

Segmentresektion = anatomische Teilentfernung eines Lappenteils. Wird gemacht bei: Behandlung der Lungenkrebs-Frühstadien oder bei segmentalen Krankheiten der Lungenlappen.

Keil/Teilresektionen

Keil/Teilresektionen an der Lunge nicht entlang anatomischer Grenzen. Wird gemacht bei: diagnostischen Eingriffen, Lungenvolumenresektion. Alle Eingriffsarten können sowohl offen als auch thorakoskopisch erfolgen. Die Entfernung grosser Tumoren erfolgt in der Regel offen.