Behandlungspfad

Der Behandlungspfad für Schlaganfallpatienten ist für alle beteiligten Abteilungen verbindlich definiert. Dieser umfasst auch die Zeit nach dem Klinikaufenthalt. Das Stroke Center Hirslanden steht Patienten aller Versicherungsklassen offen.

Symptome

Symptome treten typischerweise plötzlich auf und auch oft in Kombination. Dies beinhaltet Lähmung und/oder Gefühlsstörung, Sprechstörung, Sehbeeinträchtigung, Dreh- oder Schwankschwindel sowie Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörung.

Rettungsdienst

Der Rettungsdienst muss bei Verdacht auf einen Hirnschlag unter T 144 umgehend verständigt werden. Eine schnelle Behandlung bei einem Schlaganfall ist entscheidend – jede Minute zählt. Die notfallmässig eingelieferten Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall werden vom Rettungsdienst im Stroke Center Hirslanden vorangemeldet. Dadurch sind alle auf die Ankunft des Patienten vorbereitet und Zeitverlust wird vermieden.

Stroke Center Hirslanden

Das Stroke Center Hirslanden verfügt über einen 24 Stunden/365 Tage-Notfalldienst. Dabei werden Hirnschlagpatienten nach einem standardisierten Vorgehen behandelt, wodurch das neurologische Defizit als auch die Sterblichkeit stark reduziert werden kann.

Der Hirnschlagpatient erhält im Stroke Center umgehend nach Eintritt eine Blutentnahme, Infusionen werden gelegt, ein EKG-Monitoring wird angelegt sowie ein Sauerstoffmessgerät am Finger festgemacht. Möglichst schnell werden die jetzt wichtigsten Anamnesedaten erhoben und der Patient fokussiert neurologisch untersucht.

Innerhalb weniger Minuten nach Eintritt wird bereits mittels CT oder MRI untersucht, ob die Ursache des Schlaganfalls ein Blutgerinnsel oder eine Blutung ist, was für die weitere Behandlung massgebend ist. In gleicher Untersuchung können auch die Blut zuführenden Gefässe des Gehirns untersucht werden.

Akuttherapie

Unmittelbar nach der Bildgebung beginnt die Akuttherapie – bei den häufigeren Mangeldurchblutungszuständen zum Beispiel mit Medikamenten, die das verstopfende Blutgerinnsel auflösen. Das Medikament wird hierbei über eine Vene verabreicht. Die intravenöse Thrombolyse ist nur innert 4,5 Stunden nach Symptombeginn hilfreich.

Bei Verschlüssen der grossen Hirnschlagadern hat die rein medikamentöse Therapie nur selten Erfolg. Hier kann schnell und schonend eine direkte Entfernung des Gerinnsels mithilfe spezieller Katheter eingesetzt werden. Diese Behandlung wird durch unsere Neuroradiologen in der NeuroSuite durchgeführt. Dabei wird, üblicherweise in Kurznarkose, ein Katheter über die Leistenarterie bis in die betroffene Hirnarterie vorgeschoben und das Gerinnsel direkt entfernt (sog. endovaskuläre Therapie oder mechanische Thrombektomie).

Wird in der Akutbildgebung eine Hirnblutung nachgewiesen, entscheiden Neurologen und Neurochirurgen gemeinsam, ob die unmittelbare operative Entfernung der Blutansammlung sinnvoll ist. Dadurch kann in manchen Fällen verhindert werden, dass diese auf das intakte Hirngewebe Druck ausübt. Ist die Indikation zur Operation gegeben, wird der Eingriff in der BrainSuite, einem Spezial-OP der Klinik Hirslanden, durchgeführt.

Neurorehabilitation

Alle Patienten werden im Stroke Center Hirslanden überwacht und behandelt, um optimale Bedingungen zur Erholung des erkrankten Gehirns zu schaffen. Zudem wird bereits in den ersten Stunden mit Neurorehabilitationsmassnahmen (Physio-, Ergo- und Logopädie) begonnen

Die Neurorehabilitation ist ein zentraler Bestandteil der Therapie und gewissermassen Pflicht für jeden Patienten. Bereits am ersten Tag nach dem Eingriff wird in der Klinik Hirslanden mit der Rehabilitation begonnen. Dies mit Rücksicht auf die Belastbarkeit des Patienten auch bereits auf der Intensivpflegestation. Studien belegen eindrücklich, dass sich die Körperfunktionen umso besser regenerieren, je früher mit der Neurorehabilitation begonnen wird.

Mit einer adäquaten und zielgerichteten Neurorehabilitation kann ein grosser Beitrag zur Genesung des Patienten geleistet werden. Gerade bei Schlaganfallpatienten mit neurologischen Ausfällen wie beispielsweise Lähmungen, eingeschränkten Körperfunktionen oder Sprachverlust hilft ein massgeschneidertes Konzept, die verlorenen Fähigkeiten wieder zu aktivieren und bestmöglich zu therapieren. Werden diese nicht konsequent und zielgerichtet trainiert und der Patient entsprechend gefordert, gehen die einst so selbstverständlichen Fähigkeiten unwiederbringlich verloren. Während des Aufenthalts in der Klinik Hirslanden gehört daher ein massgeschneidertes Programm aus Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie zum Alltag unserer neurologischen Patienten.

Nach dem Klinikaufenthalt kann je nach Schweregrad der Erkrankung und benötigtem Therapieprogramm die Neurorehabilitation ambulant in der Nähe des Wohnorts der Patienten oder stationär in einer spezialisierten Reha-Klinik durchgeführt werden. Eine optimale Weiterführung der Neurorehabilitation in Abstimmung mit dem Stroke Center oder der Neurochirurgie der Klinik Hirslanden garantieren unsere ausgewählten Partnerkliniken.