High-Tech bei Rückenoperationen

Bei den meisten Wirbelsäulenerkrankungen gibt es keine Standardbehandlung, sondern verschiedene auf den Patienten abgestimmte Therapieansätze, ohne und mit Operation. Zu den häufigsten Wirbelsäulenerkrankungen gehören Bandscheibenvorfälle (Diskushernien) oder die Spinalkanalstenose (auch Spinalkanalverengung oder Wirbelkanalverengung genannt).

Bei beiden Krankheitsbildern entsteht ein Druck auf die Nerven, der zu Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen führen kann. Ziel der Behandlung ist, die Schmerzen zu lindern oder die Ursache zu beseitigen, indem man die Nerven wieder «freilegt»: Reichen Schmerztherapie, Physiotherapie und alternative Medizin nicht aus, wird eine Operation in Erwägung gezogen.

Im Vergleich zu früher sind Rückenoperationen viel risikoärmer geworden: Narkosemethoden sind sicherer, die Operationszeiten kürzer und die Implantate einfacher zu handhaben. Die Zugänge sind kleiner, da viele Operationen minimal invasiv, also mit viel weniger Verletzungen des Gewebes, gemacht werden können. Auch die Ausrüstung im Operationssaal hat sich massiv verbessert. Ein wichtiges Element ist beispielsweise die 3D-Navigation mit Bildgebung während der Operation. Bei Gehirnoperationen setzen wir diese Technologie seit Jahren routinemässig mit Erfolg ein. Die Navigation wird bei Rückenoperationen vor allem für Versteifungen eingesetzt und ermöglicht uns, diese minimal invasiv vorzunehmen, ohne immer wieder röntgen zu müssen. In der Hirslanden Klinik Aarau verfügen wir hierfür über ein neues Gerät auf dem modernsten Stand der Technik.

Zuerst wird ein 3D-Bild erstellt. Am Patienten wird ein Referenzpunkt angebracht, ebenso an allen Instrumenten. Die Kamera im Operationssaal kann dadurch jederzeit die Position der Instrumente zum 3D-Bild des Körpers bestimmen. Der Computer weiss also immer, wo man sich mit einem Instrument befindet, was man in Echtzeit auf dem simulierten Bild auf dem Monitor sehen kann. So kann man minimal invasiv Schrauben einsetzen und muss nicht, wie früher, die ganze Muskulatur ablösen, um überhaupt etwas sehen zu können. Die 3D-Navigation kann auch einen virtuellen Weg der nächsten 1–200 Millimeter simulieren, womit man verhindert, dass man in falsche Strukturen bohrt. Am Schluss gibt es wieder ein 3D-Röntgenbild, um zu sehen, wie die Implantate sitzen. Damit wird verhindert, dass man später eine zweite Operation machen muss, um die Implantate in die korrekte Position zu bringen.

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