Knie- und Hüftgelenkersatz: neues Behandlungskonzept

Rapid Recovery ist ein umfassendes Behandlungskonzept für den Knie- und Hüftgelenkersatz. Ziele sind eine höhere Patientensicherheit, eine schnelle Rückkehr in den Alltag und eine höhere Patientenzufriedenheit.

Vor über einem Jahr haben wir an der Hirslanden Klinik Aarau ein neues Programm für die Prothesenchirurgie etabliert, das sich sehr bewährt: Rapid Recovery ist wissenschaftlich breit abgestützt und wird international bereits an vielen Kliniken praktiziert. An der Hirslanden Klinik Aarau haben wir seither schon über 300 Eingriffe nach diesem Behandungskonzept vorgenommen.

Mehr Sicherheit und schnellere Rückkehr in den Alltag

Das Programm verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und legt einen klar strukturierten Behandlungspfad fest: Ein interdisziplinäres Team führt die Patienten vor, während und nach dem Spitalaufenthalt durch die einzelnen Behandlungsschritte. Hinter Rapid Recovery steht die konsequente Anwendung evidenzbasierter Behandlungsmethoden: Dies bedeutet, dass die Wirksamkeit der Behandlungsmethoden wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen sein muss.

So wird das Komplikationsrisiko durch modernste Operationstechniken, die Anwendung eines interdisziplinären Schmerztherapie-Konzeptes und strenge Patientensicherheits-Standards minimiert. Bereits wenige Stunden nach der Operation sind die Patienten wieder mobil: Die künstlichen Gelenke können von Anfang an belastet und bewegt werden. Dies reduziert das Thromboserisiko (Blutgerinnsel in einem Blutgefäss) drastisch. Zudem gewinnen die Patienten viel schneller das Vertrauen in ihr neues Gelenk. All dies trägt dazu bei, dass die Patientensicherheit erhöht und die Rückkehr in den Alltag beschleunigt wird.

Teamarbeit und Einbezug der Patienten

Rapid Recovery basiert auf einem teamorientierten Ansatz. Die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Anästhesie, den Pflegefachpersonen und Physiotherapeuten ist von entscheidender Bedeutung. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die umfassende und wiederholte Information des Patienten: Dieser nimmt die Rolle eines informierten, aktiven Partners ein. An einer Informationsveranstaltung einige Wochen vor dem Eingriff klärt das interdisziplinäre Team die Patienten und Angehörige umfassend auf. Denn Angehörige können viel zur guten Genesung beitragen. Aus diesem Grund übernimmt ein Familienmitglied oder eine nahestehende Person die Rolle eines Coaches, der den Patienten während der gesamten Behandlung begleitet. Dank den detaillierten Informationen über jeden einzelnen Schritt können zudem Ängste abgebaut werden. 

Ein umfassendes Programm zur Qualitätsmessung ist ebenfalls Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Eine international zusammengesetzte Expertengruppe sorgt zudem für die Weiterentwicklung der strengen Richtlinien von Rapid Recovery.

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