Prostatakrebs: Operation mit dem Roboter oder klassisch?

Vor etwas mehr als 15 Jahren wurde erstmalig eine vollständige Prostataentfernung minimal invasiv mit dem Da Vinci Robotersystem durchgeführt. Die Erfahrungen mit der offenen Methode via Bauchschnitt sind mehr als doppelt so alt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass von Beginn weg diese neue Robotertechnologie sehr kritisch beurteilt wurde.

Die Diskussion, ob die Operationstechnik mit dem Roboter oder die konventionelle offene Methode für den Patienten die besseren Resultate mit sich bringt, ist noch nicht abschliessend geklärt. Entscheidend für die Beurteilung nach einer Prostataentfernung sind Tumorkontrolle, Urinkontinenz und Potenz, sowie operative Komplikationen.

Die Einführung der Robotertechnologie hat massgeblich dazu beigetragen, die Operationstechnik der Prostataentfernung schrittweise zu verbessern und weiterzuentwickeln, da sie sich immer mit der klassischen offenen Methode messen musste. Dies bestätigen auch die aktuellsten wissenschaftlichen Untersuchungen, welche diesen Trend zu besseren operativen Resultate aufzeigen.

Das Robotersystem Da Vinci ermöglicht es dem Urologen durch die 7 Freiheitsgrade der Arbeitsinstrumente und die hervorragende Visualisierung durch die 10-fache Vergrösserung der anatomischen Strukturen die Operation mit höchster Präzision und Effzienz durchzuführen. Die Vorteile dieser Technologie zeigen sich insbesondere während und kurz nach der Operation. So bestätigen wissenschaftliche Studien, dass der Blutverlust während der Operation geringer gehalten werden kann und auch die Infektionsgefahr kleiner ist. Auch erholen sich die Patienten mit der minimal invasiven Robotertechnologie schneller und können sich so rascher wieder in den Alltag integrieren. Nicht zuletzt ermöglicht die gute Visualisierung mit einer dreidimensionalen Kameraoptik eine optimale Nervenschonung, was sich entscheidend auf die Erholung von Urinkontinenz und Potenz auswirkt.

Die Robotertechnologie ist zwar etwas teurer als die klassische Operationstechnik, macht den Unterschied aber dank der geringeren Komplikationen und besseren Resultate bei Urinkontinenz und Potenz gut wieder wett. Dies ist für die Lebensqualität der Patienten entscheidend.

Wichtig sind jedoch unabhängig der Operationstechnik die Erfahrung und Fallzahlen des operierenden Urologen. Auch sind interne Fallbesprechungen mit Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen entscheidend, um eine bestmögliche Therapie für den betroffenen Patienten festzulegen.

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