Mit radioaktiven Stäbchen gegen den Prostatakrebs

Neben der operativen Behandlung des Prostatakarzinoms stellt die LDR-Brachytherapie – auch permanente Seed-Implantation oder «innere Bestrahlung» genannt – eine schonende Methode zur Behandlung des lokalisierten Prostatakrebses dar.

Dabei werden unter Ultraschallsteuerung Hohlnadeln über den Damm in die Prostata eingeführt. Über diese Hohlnadeln werden nach einem zuvor berechneten Plan radioaktive Stäbchen, sog. Seeds, hochpräzise im Organ platziert und geben ihre Strahlungsenergie langsam über mehrere Monate ab. Die Strahlungsart und -intensität wird bei der Behandlung so gewählt, dass der Prostatakrebs in genau der passenden Dosis bestrahlt wird und das umliegende Gewebe sowie angrenzende Organe weitestgehend geschont werden. Die Therapie ist eine interdisziplinäre Massnahme, die in enger Zusammenarbeit zwischen Urologen, Radioonkologen und Strahlenphysiker erfolgt. Die Spezialisten des Urologie Zentrums, des Tumor Zentrums und des Instituts für Radiotherapie arbeiten in der Hirslanden Klinik Aarau unter einem Dach.

Ob sich diese Methode beim individuellen Patienten eignet, wird anhand einer urologischen Untersuchung bestimmt. Werden die Voraussetzungen zur Brachytherapie erfüllt, sind die Heilungsraten beim lokalisierten Prostatakrebs vergleichbar mit denen der Radikaloperation. Das Risiko einer Inkontinenz ist extrem gering und in vielen Fällen kann die Erektionsfähigkeit erhalten werden. Aus diesem Grunde ist die LDR-Brachytherapie gemäss allen nationalen und internationalen Leitlinien neben der Radikaloperation und der externen Bestrahlung eine empfohlene Therapieoption bei diesem Krebsleiden.

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