Behandlung von Brustkrebs

Steht die Diagnose Brustkrebs fest, besprechen unsere Fachärzte den Befund bei der Tumorkonferenz und bestimmen gemeinsam die bestmögliche Therapie. Je nach Fortschritt der Brustkrebs-Erkrankung und den Eigenschaften des Tumors stellen sie aus einer Vielzahl von Behandlungsmethoden für jede Patientin eine individuelle Therapie zusammen.

Operative Therapie

Bei einer Operation an der Brust wird so wenig wie möglich und nur so viel als nötig an Gewebe entnommen. Bösartige Tumore werden mit entsprechendem Sicherheitsabstand aus dem gesunden Brustgewebe entfernt. 

Es stehen folgende operative Therapien zur Auswahl:

Minimalinvasive Therapie

Minimalinvasive Therapie bei gutartigem Befund

Handelt es sich um einen gutartigen Tumor, zum Beispiel ein Fibroadenom, so gibt es die Möglichkeit diesen minimalinvasiv mittels Vakuumbiopsien zu entfernen. Bis zu einer Grösse von 2 Zentimetern können diese Knoten unter Ultraschallkontrolle mit einer Biopsie-Nadel entfernt werden.

Wächterlymphknoten

Wächterlymphknoten (Sentinel Node)

Bei Patientinnen mit unauffälligen Lymphknoten in der Achselhöhle wird häufig der Wächterlymphknoten (Sentinel Node) entfernt. Durch diese gezielte und schonende Lymphknoten-Entfernung können Armprobleme verringert werden, die nach einer Brustoperation durch Lymphödeme, Schmerzen oder Sensibilitäts- und Bewegungseinschränkungen entstehen können. Der Wächterlymphknoten wird dafür unmittelbar vor der Operation mit einem Markierungsstoff gekennzeichnet, so dass er während der Operation gezielt aufgesucht und entfernt werden kann.

Brustentfernung (Ablatio)

Brustentfernung (Ablatio)

Bei etwa 25% aller Brustkrebserkrankungen muss die Brust operativ entfernt werden. Gründe dafür können die Tumorgrösse oder andere Eigenschaften des Tumors sein. Ist eine Brustentfernung notwendig, kann die Brust entweder schon während der Operation oder später, in einer zweiten Operation, wieder aufgebaut werden. Diese Rekonstruktionen erfolgen entweder mit Eigengewebe oder mit Fremdmaterial (Prothesen, Implantate).

Brusterhaltende Therapie

Brusterhaltende Therapie

Bei etwa 75% aller Brustkrebserkrankungen kann die Operation brusterhaltend durchgeführt werden. Moderne Operationstechniken ermöglichen es unseren Fachärzten auch bei grösseren Tumoren ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis zu erreichen und die Brust mit dem verbleibenden Drüsengewebe zu rekonstruieren. Nach einer brusterhaltenden Operation wird die operierte Brust gezielt bestrahlt und damit eine verbesserte lokale Tumorkontrolle erreicht. Eine Bestrahlung ist zwingend erforderlich.

Brustrekonstruktion

Brustrekonstruktion: Wiederherstellende Operation

Zur Rekonstruktion der Brust nach einer Brustentfernung werden die Fachärzte unseres Zentrums für Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie frühzeitig in den Behandlungsplan miteinbezogen. Der Operateur verwendet dafür entweder Implantate oder körpereigenes Gewebe (Haut, Fett- oder Muskelgewebe) aus verschiedenen Regionen des Körpers (zum Beispiel Bauch, Rücken oder Oberschenkel). Wird der Brustaufbau mithilfe von Prothesen durchgeführt, verwenden wir moderne Implantate, die aus einer stabilen Silikon-Hülle und einem Silikon-Kern bestehen. Ein Silikon-Austritt ins Gewebe ist bei Verwendung dieser Implantate praktisch nicht mehr möglich.

Brustverkleinerung

Reduktionsplastik: Brustverkleinerung

Sind durch die Tumorentfernung in der Brust Asymmetrien entstanden, können diese durch operative Brustverkleinerungen der Gegenseite ausgeglichen werden. Dabei wird Haut- und Drüsengewebe entfernt und die Brust neu geformt. Die Brustwarze muss meistens versetzt werden, um ein insgesamt formschönes Ergebnis zu erzielen.

Brustvergrösserung

Augmentationsplastik: Brustvergrösserung

Bei Erschlaffung des Brustgewebes und der Haut, bei angeborenen Fehlbildungen oder störend kleiner Brust ist neben der Bruststraffung auch die Brustvergrösserung eine mögliche Korrekturoption. Zur Brustvergrösserung werden Silikonimplantate unter die Brustdrüse oder unter den Brustmuskel eingelegt. Je nach Grösse, Form und gewünschter Brustgrösse gibt es verschiedene Schnittmöglichkeiten: in der Brustumschlagsfalte, in der Achselhöhle oder am Brustwarzenhof.

Ist aufgrund einer Brustkrebserkrankung die Entfernung des gesamten Drüsengewebes notwendig, kann es auch eine Möglichkeit sein die Haut der Brust zu erhalten und den entfernten Drüsenkörper mit einem Silikonimplantat zu ersetzen.

Chemotherapie

Ein grosser Teil der Brustkrebs-Erkrankungen kann heute ohne den Einsatz einer Chemotherapie behandelt werden. Ist eine Chemotherapie oder Antikörpertherapie dennoch notwendig, verabreicht der Onkologe der Patientin Medikamente, die das Wachstum der Krebszellen hemmen und dadurch ihre Vermehrung verhindern. Die Behandlung erfolgt in Zyklen. Zwischen den einzelnen Therapien erfolgt eine Pause von etwa 1 bis 3 Wochen.

Die Behandlungen werden ambulant im Tumor Zentrum der Hirslanden Klinik Aarau verabreicht. Unmittelbar vor der Therapie wird eine Blutuntersuchung durchgeführt und die Medikamente vor Ort zubereitet.

Radiotherapie

Bei der Radiotherapie, auch als Strahlentherapie bezeichnet, werden mithilfe ionisierender Strahlen Tumorzellen zerstört. Im Gegensatz zur Chemotherapie, die überall im Körper wirken kann, ist die Radiotherapie eine lokal wirkende Therapie. Auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung, beim Vorliegen von Metastasen in der palliativen Situation, bietet die Strahlentherapie mit einem Linearbeschleuniger sehr gute Therapiemöglichkeiten.

Patientinnen unseres Brust Zentrums werden am klinikeigenen Institut für Radiotherapie Aarau betreut. Das Institut ist eine der modernsten Einrichtungen in der Schweiz und bietet sämtliche Arten der Strahlentherapie und palliativen Bestrahlung an.

Die Brachytherapie ist eine weitere Therapiemöglichkeit. Dabei werden Strahlenquellen direkt im Tumorgewebe, respektive in der tumorbefallenen Brust, platziert. Der kürzere Abstand zum Tumor ermöglicht eine höhere Dosis der Bestrahlung ohne die Brust selbst oder umliegende Organe zu schädigen.