Interview mit Franziska Ewald, Hebamme

«Eine Mischung aus Neugier, Flexibilität, Disziplin und Begeisterungsfähigkeit – diese Charaktereigenschaften helfen Hebammen im Alltag»

Franziska Ewald, arbeitet als Hebamme in der Klinik Hirslanden und erzählt in diesem Interview von Ihrem Beruf.

Wieso sind Sie Hebamme geworden?
Mit 17 habe ich ein Praktikum bei einer Hebamme absolviert und wusste sofort, dass es das ist was ich machen möchte. Dieser Beruf ist sehr abwechslungsreich und eine gute Kombination aus Praxis und Theorie. Auch nach 15 Jahren fasziniert es mich, wie unterschiedlich Geburten sind.

Was braucht man für diesen Beruf?
Neben den gesetzlich vorgegebenen Bedingungen ist eine Mischung aus Neugier, Flexibilität, Disziplin und Begeisterungsfähigkeit sicherlich hilfreich.

Haben Sie ein Vorbild?
Ich schätze mich glücklich, in einem tollen Team zu arbeiten, da jede besondere Kenntnisse und Stärken hat.

Welche Ziele verfolgen Sie im Alltag?
Ich gebe mein Bestes, jeder Schwangeren die Geburt zu ermöglichen, welche Sie sich wünscht. Dabei steht die Gesundheit von Mutter und Kind an erster Stelle.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?
Wir sind ein Hebammenteam und arbeiten zu zweit in drei Schichten (Beginn jeweils um 7 Uhr, um 15 Uhr und um 23 Uhr). Ein Dienst beginnt immer mit einem Rapport über die Schwangeren im Gebärsaal. Was ist bisher gelaufen, was ist geplant, was gibt es Besonderes zu beachten.
Ausserdem werden zu Dienstbeginn alle geplanten Termine für den jeweiligen Dienst durchgegangen, wie beispielsweise Gespräche und Schwangerschaftskontrollen. Für meine Funktion der Fachberaterin für den Gebärsaal stehen mir zusätzliche Büro-Tage zur Verfügung. Meine Geburtsvorbereitungskurse gebe ich ausserhalb meiner regulären Dienstzeit.

Wie verläuft ein Geburtsvorbereitungskurs?
Ich gebe individuelle Kurse innerhalb von zwei Tagen. Am ersten Abend erfährt das Paar die nötige Theorie und kennt den Ablauf vor, während und nach der Geburt. Der zweite Abend dreht sich um die Praxis und beinhaltet beispielsweise praktische Atemübungen, Ausprobieren der Gebärpositionen, Massageanleitungen etc. Ein Ziel ist für mich, dass die Paare gut informiert, und voller Zuversicht den Kurs verlassen.

Beschreiben Sie Ihre eigene Schwangerschaft?
Ich war wie jede andere Schwangere und habe bei Fragen oder persönlichen Anliegen meiner Hebamme und meiner Ärztin anvertraut.

Was dachten Sie, als Sie ihr Sohn zur ersten Mal gesehen haben?
Ich war stolz darauf, dass es Valentino so gut geht.

Welchen Ratschlag geben Sie werdenden Eltern?
Reden Sie ganz offen und ohne Scham miteinander und versuchen Sie nicht Gedanken zu lesen. Geniessen Sie die Zweisamkeit. Und noch etwas: Sparen Sie sich den Windeleimer (lacht).