Haben Sie Fragen rund um das Thema Covid-19-Impfung? Hier erfahren Sie, weshalb Sie sich impfen lassen sollten, wie die Impfung wirkt, wie lange der Impfschutz anhält, welche Nebenwirkungen in seltenen Fällen auftreten können und welche Impfstoffe bereits im Einsatz sind.

Wer soll wann, wo, warum und wie oft impfen?

Warum soll ich mich impfen lassen?

Eine Impfung gegen Covid-19 trägt zu Ihrem Schutz und zur Eindämmung der Pandemie bei. Das Virus ist sehr ansteckend. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen. Besonders gefährdet sind Personen ab dem 65. Lebensjahr, schwangere Frauen und Erwachsene mit Vorerkrankungen. Die Impfung ist – neben den Verhaltens- und Hygieneregeln – das bislang wirksamste Mittel, um die Anzahl der schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle in der Schweiz zu reduzieren. Erst wenn über 90 % der Bevölkerung immun sind, wird die Übertragung von SARS-CoV-2 so sehr verringert, dass diese Pandemie vorübergeht.

Muss ich mich impfen lassen?

Nein, in der Schweiz gibt es keine Impfpflicht. Wir empfehlen jedoch, sich impfen zu lassen. Eine Impfung bietet einen guten individuellen Schutz und trägt zur Eindämmung der Pandemie bei.

Wann und wo kann ich mich impfen lassen?

Wann und wo Sie sich impfen lassen können, erfahren Sie von den Behörden in Ihrem Kanton. 

Was kostet die Impfung?

Die Covid-19-Impfung ist für Sie kostenlos.

Wie oft muss ich mich impfen lassen?

Für einen vollständigen Impfschutz müssen Sie sich zwei Mal im Abstand von drei bis vier Wochen impfen lassen.

Die Impfung ist auch empfohlen, wenn Sie bereits mit dem neuen Coronavirus infiziert waren. Dabei ist eine Impfdosis ausreichend. Auf die zweite Impfdosis kann verzichtet werden. Ausnahmen gelten für besonders gefährdete Personen. Erkundigen Sie sich dafür bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Grundsätzlich ist es auch möglich sich nach einer Coronavirus-Infektion mit zwei Impfdosen impfen zu lassen.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Einzige Kontraindikation gegen die Impfung besteht bei Menschen mit einer schweren, bestätigten Allergie auf einen Bestandteil des Impfstoffs (insbesondere PEG).

Folgenden Personen wird die Covid-19-Impfung derzeit nicht empfohlen:

  • Kinder unter 12 Jahren.

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) empfiehlt die Impfung auch Schwangeren ab der zwölften Schwangerschaftswoche. Wenn Sie schwanger sind, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie hohes Fieber haben, sich krank oder unwohl fühlen, auf Ihr Covid-19-Testergebnis warten, in Isolation oder Quarantäne sind, machen Sie die Impfung nicht. Holen Sie die Impfung so bald als möglich nach.

Impfschutz

Ist die Impfung wirksam und sicher?

Jeder Impfstoff braucht in der Schweiz eine Zulassung und eine Empfehlung. Dazu muss er hohe Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität erfüllen. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat den Impfstoff gegen Covid-19 genau geprüft und zugelassen. Er ist sicher und wirkt. Schon mehrere Zehntausend Personen haben den Impfstoff in Studien erhalten. Er ist auch sicher und wirksam bei Menschen in höherem Alter und mit chronischen Krankheiten. Swissmedic überwacht weiterhin die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs. Allgemein gilt: Das Risiko für schwere Nebenwirkungen nach der Impfung ist viel kleiner als das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Wie schützt die Impfung?

Ihr Körper baut einen Schutz gegen Covid-19 auf. Die Impfung stärkt Ihre Abwehrkräfte und hilft Ihrem Körper, gegen das Virus zu kämpfen. Die Impfung senkt das Risiko, dass Sie Covid-19 bekommen erheblich. Einen vollständigen Schutz gibt es jedoch nicht. Einige Menschen können trotz der Impfung Covid-19 bekommen. Mit der Impfung ist die Chance jedoch höher, dass sie nicht schwer krank werden.

Wie lange dauert es nach der Impfung, bis ich geschützt bin?

Der Schutz beginnt ca. zwei Wochen nach der ersten Dosis und ist eine Woche nach der zweiten Dosis vollständig – beim Impfstoff von Johnson & Johnson14 Tage nach der ersten Impfung, da hier nur eine Einmaldosis verabreicht wird.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz vor einer Erkrankung mindestens 12 Monate anhält. Es kann sein, dass nach einer bestimmten Zeit nochmals eine Impfung gemacht werden muss.

Welche Nebenwirkungen können durch die Covid-Impfung auftreten?

Hier muss zwischen ungefährlichen, vorübergehenden Impfreaktionen und echten schweren Nebenwirkungen unterschieden werden. Impfreaktionen sind häufig und verschwinden innerhalb von wenigen Tagen. Mögliche Impfreaktionen sind Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen oder erhöhte Temperatur. Sie zeigen, dass der Körper den Impfschutz aufbaut, und sind deshalb in milder Form ein gutes Zeichen. Sehr selten gibt es schwere Nebenwirkungen wie zum Beispiel eine schwere allergische Reaktion direkt nach der Impfung. Bei einer allergischen Reaktion kann es zu einer Schwellung, Rötung, Juckreiz oder Atemnot kommen. Wenden Sie sich bei solchen Symptomen sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie lange können Nebenwirkungen anhalten?

Die Nebenwirkungen sind in der Regel nach wenigen Tagen vorbei. Wenn Sie nach einer Woche immer noch Nebenwirkungen haben oder diese schlimmer werden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Könnten schwere Nebenwirkungen auch nach Jahren noch auftreten?

Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen kurze Zeit nach der Impfung auftreten. Mittlerweile (Stand Ende August 2021) sind in der Schweiz mehr als 4.7 Millionen Menschen geimpft worden. Die Zahl der als schwerwiegend eingestufte Verdachtsmeldungen bei Swissmedic betrug davon nur 0.038%. Eine schwerwiegende autoimmunologische Reaktion auf eine echte Infektion oder auch auf eine Impfung tritt niemals nach Jahren, sondern wenn, dann in den ersten ein bis maximal drei Monaten nach dem immunologischen «Stimulus» auf.

Impfung und Covid-19

Kann ich durch die Impfung an Covid-19 erkranken?

Nein. Sie bekommen auf Grund der Impfung kein Covid-19. Im Impfstoff gibt es keine Coronaviren.

Kann ich mich impfen lassen, wenn ich Covid-19 schon hatte?

Wenn Sie bereits am neuen Coronavirus erkrankt waren, wird eine Impfung bis sechs Monate nach der Infektion empfohlen. Ab 4 Wochen nach einer bestätigten Coronavirus-Infektion ist eine Impfdosis ausreichend. Durch die Impfung sind Sie optimal geschützt und die Immunabwehr wird zusätzlich gestärkt. Bei unbemerkt durchgemachter Infektion ist eine Impfung nicht schädlich. 

Kann ich andere Menschen mit Covid-19 anstecken, auch wenn ich geimpft bin?

Die Impfung schützt Sie vor den Folgen einer ernsthaften Covid-19-Erkrankung. Aktuelle Daten zeigen, dass die Übertragung des Coronavirus auf andere Personen nach vollständiger Impfung gering ist. Die Impfung bietet jedoch keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung.

Ich hatte kürzlich eine andere Impfung bzw. es steht eine andere Impfung an (z. B. gegen Influenza). Stellt das ein Problem dar in Bezug auf die Covid-Impfung?

Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass es zu Wechselwirkungen zwischen der Covid-Impfung und anderen Impfstoffen kommen könnte. Durch Impfungen schützen Sie sich vor Infektionen, die Sie auch in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden oder Ihnen schaden können. Zwischen Impfungen sollte jedoch ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden. Davon ausgenommen sind Notfallimpfungen.

Impfstoffe

Welche Impfstofftypen stehen zur Verfügung?

Bisher hat der Bund Verträge mit den Impfstoffherstellern Pfizer/BioNTech, Moderna, AstraZeneca, Novavax und Curevac abgeschlossen. Der Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech erhielt am 19. Dezember 2020 die Zulassung von Swissmedic. Der Impfstoff von Moderna (COVID-19 mRNA Vaccine Moderna) wurde am 12. Januar 2021 von Swissmedic zugelassen. Der Covid-19 Impfstoff „COVID-19 Vaccine Janssen“ von Johnson & Johnson wurde am 22.03.2021 zugelassen.

Wie funktionieren die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna?

Der mRNA-Impfstoff von Pfizer/BioNTech und Moderna enthält genetische Informationen des neuartigen Coronavirus. Aus diesem winzigen Stückchen Bauplan stellt der Körper einen kleinen Teil des Virus her – das sogenannte Spike-Protein. Das Immunsystem erkennt dieses als fremd und bildet dagegen Antikörper. Die Immunantwort hat eingesetzt. Sowohl der mRNA-Bauplan wie auch die Spikes werden innert Tagen abgebaut. Diese aktive Immunisierung verhindert, dass die SARS-CoV-2 Viren in die menschlichen Zellen eindringen und sich vermehren.

Im Video von Swissmedic wird erklärt, wie der mRNA-Impfstoff funktioniert.

Wie funktioniert der Impfstoff von Johnson & Johnson?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson basiert auf einem Adenovirus (harmloses menschliches Schnupfenvirus), das den Bauplan der Spike-Proteine des Coronavirus SARS-CoV-2 enthält und in den Körper einschleust. Aufgrund des Bauplans können die körpereigenen Zellen das für das COVID-19-Virus einzigartige Protein erzeugen. Das menschliche Immunsystem erkennt, dass dieses Protein körperfremd ist und reagiert mit dem Aufbau natürlicher Abwehrkräfte gegen eine Infektion durch COVID-19. Das Adenovirus im Impfstoff kann sich nicht vermehren und löst keine Erkrankung aus.

Im Video von Swissmedic wird erklärt, wie der Vektor-Impfstoff funktioniert.

Was sind die Unterschiede zwischen den mRNA-Impfstoffen von Pfizer/BioNTech und Moderna?

Beide Präparate weisen eine hohe Wirksamkeit auf. Der von Pfizer/BioNTech entwickelte Impfstoff bietet einen rund 95-prozentigen Schutz vor Covid-19. Bei Moderna wird eine Wirksamkeit insgesamt von 94,1 Prozent angegeben.

Während von Comirnaty® pro Injektion jeweils 30 Mikrogramm Impfstoff verabreicht werden, sind es bei Modernas mRNA-1273 jeweils 100 Mikrogramm. Die beiden Impfstoffe enthalten unterschiedliche Zusatzstoffe.

Ansonsten sind die beiden Impfstoffe ähnlich. Beide Impfstoffe sind mRNA-Impfstoffe und sind gut verträglich. Sowohl bei Pfizer/BioNtechs Comirnaty® als auch beim Moderna-Präparat braucht es zwei Dosen, damit der Impfstoff seine volle Wirkung entfalten kann. Diese sollten etwa im Abstand von vier Wochen verabreicht werden. Die zweite Impfung muss mit dem gleichen Impfstoff erfolgen wie die erste.

Was ist neu am Impfstoff von Johnson & Johnson?

Der Impfstoff „COVID-19 Vaccine Janssen“ von Johnson & Johnson ist ein Vektorimpfstoff und wird nur einmal verabreicht (Einmaldosis). Die Daten zeigen 14 Tage nach der Impfung in allen untersuchten Altersgruppen eine Wirksamkeit zwischen 64,2 % (Altersgruppe 18 bis 64 Jahre) und 82,4 % (65 Jahre und älter).   Der Impfstoff kann bei -25 °C bis -15 °C gefroren gelagert und tiefgekühlt oder aufgetaut bei 2 °C bis 8 °C transportiert werden. Nach der Entnahme aus dem Gefrierschrank kann der ungeöffnete Impfstoff bis zu 3 Monate im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Können die mRNA-Impfstoffe mein Erbgut (DNA/Gene) verändern?

Der mRNA-Impfstoff wird nicht in den Zellkern transportiert und kann nicht auf das menschliche Erbgut einwirken. Der Impfstoff enthält mRNA, welches die Bildung eines bestimmten Proteins codiert, das die stachelartigen Fortsätze (Spikes) auf der SARS-CoV-2-Virushülle bildet. Dieses Protein dient als Antigen, wird vom Körper als fremd erkannt und regt somit das körpereigene Immunsystem zu einer Immunreaktion gegen die Spikes des SARS-CoV-2-Virus an. Es werden Antikörper gebildet, welche für den Schutz vor dem Virus verantwortlich sind.

Wird mir der Impfstoff mit -75°C in den Körper gespritzt?

Nein. Der Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech wird zwar bei -75°C aufbewahrt – derjenige von Moderna bei -20°C sowie derjenige von Johnson & Johnson bei -25 °C bis -15 °C –, kurz vor der Impfung wird er aber aufgetaut und in Kochsalzlösung, die bei normaler Kühlschrank- oder Raumtemperatur gelagert wird, aufgenommen.

Alle Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe finden Sie auf der Website von Infovac.