Minimalinvasive Behandlung von Gefässfehlbildungen

Was ist eine Gefässfehlbildung?
Angeborene Gefässfehlbildungen stellen seltene Gefässerkrankungen dar. Das Erkrankungsspektrum ist sehr vielgestaltig und kann Arterien, Kapillaren, Venen und auch Lymphgefässe betreffen. Hiervon abzugrenzen ist eine Vielzahl von Gefässtumoren. Die korrekte Zuordnung der Gefässfehlbildung erfordert viel Erfahrung und ist zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

Wie werden Gefässfehlbildungen diagnostiziert?
Vaskuläre Anomalien stellen aufgrund ihres sehr heterogenen klinischen Spektrums eine besondere diagnostische Herausforderung dar. Die leider nach wie vor verwendeten, zum Teil inkorrekten Bezeichnungen für die betreffenden Krankheitsbilder führen bereits in der Diagnostik zu Verwirrung und Unsicherheit. Da sich die therapeutischen Optionen der jeweiligen vaskulären Malformation entsprechend ihrer Einteilung stark unterscheiden, ist zunächst eine korrekte Diagnosestellung anhand der aktuellen Klassifikation essenziell. In aller Regel ist eine erste Differenzierung mittels Ultraschall-Untersuchung möglich, zur exakten Therapieplanung wird häufig noch eine Kernspintomographie (MRI) benötigt.

Wie erfolgt eine minimalinvasive Behandlung von Gefässfehlbildungen?
Das Spektrum interventioneller Behandlungsmöglichkeiten ist sehr breit und reicht von ambulant durchführbaren Verödungen (Sklerosierungen) bis hin zu Eingriffen wie Embolisationen, die aufgrund ihrer Komplexität in Allgemeinnarkose erfolgen. Die interventionelle Behandlung ist stets massgeschneidert und wird vor Therapiebeginn ausführlich mit dem betroffenen Patienten besprochen.

Behandlung einer low-flow Gefässmalformation im Rachenbereich (Pfeil) mittels Direktpunktion mit einer feinen Kanüle und hierüber Einbringen von Verödungsmittel (Sklerosierung).