Ob im Klinikalltag oder an der Rennstrecke: Als Medical Partner von Swiss-Ski ist Hirslanden nah am Geschehen und unterstützt die Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski mit medizinischer Expertise auf höchstem Niveau. Mittendrin, zwei Physiotherapeutinnen aus dem St. Anna im Bahnhof.

Im St. Anna im Bahnhof begleiten die beiden Physiotherapeutinnen Livia Birrer und Gina Muri Patientinnen und Patienten nach Operationen, Verletzungen oder bei chronischen Beschwerden durch anspruchsvolle Rehabilitationsprozesse. Ihre Arbeit erfordert fachliche Präzision, klinisches Denken, schnelle Entscheidungen und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Genau diese Kompetenzen bringen sie auch im Spitzensport ein, dort wo Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden. 

Teil des Teams
Neben ihrer Tätigkeit im St. Anna im Bahnhof sind Livia und Gina regelmässig als Physiotherapeutinnen mit den Athletinnen von Swiss-Ski unterwegs. Seit zwei Jahren begleitet Gina das Weltcup-Slalomteam der Frauen. Livia war in der vergangenen Saison im Europacup mit dem Riesenslalom-Team der Frauen unterwegs. Auf diese Saison hin wechselte sie ins Weltcup-Speed-Team der Frauen. Zusammen leisten Livia und Gina pro Saison rund 60 Einsatztage für Swiss-Ski. 

Beide Weltcup-Teams verfügen über eine eigene Physiotherapeutin von Swiss-Ski, welche die Hauptverantwortung trägt. Je nach Bedarf wird zusätzlich eine zweite Physiotherapeutin von Hirslanden aufgeboten. Trotz begrenzter Einsätze fühlen sich Livia und Gina aber als Teil des Teams: «Die Athletinnen und der gesamte Staff geben uns das Gefühl, dazuzugehören. Auch wenn wir nicht immer dabei sind», so Gina.

Zwischen Klinikalltag und Weltcup
Die Organisation der Einsatztage erfordert einiges an Koordination: «Im Herbst erhalten wir jeweils die Planung mit den von Swiss-Ski gewünschten Einsätzen. Diesen gleichen wir dann mit unserem Arbeitsplan im St. Anna im Bahnhof ab», erklärt Gina. Die Einsätze finden mehrheitlich rund um die Rennen statt, da diese langfristig geplant werden.

Ein typischer Trainingstag beginnt früh: Gemeinsam mit den Athletinnen und dem Staff wird gefrühstückt, bevor es auf die Piste geht. Dort betreuen Gina und Livia das Aufwärmprogramm der Athletinnen. Anschliessend bleiben sie am Start und übernehmen unter anderem den Funk: «Wir kündigen jeweils den Start der Athletinnen an und sind für die Zeitmessung verantwortlich», erklärt Livia. Auch im Falle eines Sturzes sind die beiden jederzeit bereit, um Hilfe zu leisten

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgt am Nachmittag die physiotherapeutische Betreuung. Dabei sind Improvisation und Flexibilität gefragt: «Oft müssen wir unsere Behandlungsliegen in ein Hotelzimmer quetschen und auf engstem Raum arbeiten. Wir leben aus der Turntasche», erzählen die beiden schmunzelnd.

Einsätze am Renntag
An den Renntagen sind Ginas und Livias Expertise im Zielraum gefragt. «Da die Technikerinnen zwei Läufe absolvieren, gibt es bei Bedarf zwischen den Läufen Zeit für physiotherapeutische Behandlungen», erklärt Gina. Livia verfolgt die Speed-Rennen ebenfalls im Zielbereich, funkt Zwischenzeiten zum Team an den Start und übernimmt erste kurze Behandlungen direkt vor Ort. 

Die Hauptphysiotherapeutin von Swiss-Ski ist jeweils mit den Athletinnen am Start. Livia kennt diese Aufgabe gut. In der vergangenen Saison war sie Hauptphysiotherapeutin des Europacup-Teams: «Wir unterstützen die Fahrerinnen bei den letzten Startvorbereitungen und sind da, wenn sie etwas brauchen», so Livia.

Unterwegs im Weltcup
Bei Weltcup-Einsätzen mit dem Speed-Team ist Livia jeweils etwa sieben Tage unterwegs. Die Anreise erfolgt in der Regel am Montag oder Dienstag. Anschliessend absolvieren die Athletinnen mehrere Trainings auf der Rennstrecke, bevor am Wochenende die Rennen stattfinden.

Auch im Slalom sind die Trainingstage vor den Rennen von grosser Bedeutung. «Die Vorbereitung findet jedoch im Gegensatz zu den Speed-Rennen nicht auf der Wettkampfpiste statt. Für die Rennen in Courchevel, Frankreich, war ich beispielsweise mit einigen Athletinnen im Vorbereitungstraining in Italien», erklärt Gina. «Wir reisen dann erst am Abend vor dem Rennen an den Wettkampfort.» Die An- und Abreise an die Rennen organisieren die beiden Physiotherapeutinnen selbst. Meist nehmen sie die mehrstündige Fahrt mit dem Auto allein unter die Räder. Für Rennen ausserhalb von Europa oder Rennen in Norwegen und Andorra reisen sie mit dem Flugzeug an.

Ein Arbeitsplatz auf der Piste
Die Arbeit mit Swiss-Ski bereitet den beiden grosse Freude: «Wer kann schon sagen, dass sein Arbeitstag mit einer Gondelfahrt, Skiern an den Füssen und einem grossartigen Bergpanorama beginnt?», schwärmt Livia. Gina ergänzt lachend: «Es ist wirklich toll, ausser es ist eisig kalt und man ist direkt unter einer laufenden Schneekanone stationiert.»

Dass sich die beiden auf der Piste sicher bewegen, ist entscheidend: «Wir müssen jederzeit reagieren können, auch im steilen, eisigen Gelände oder bei schwierigen Bedingungen», erklärt Gina. Die Anforderungen im Spitzensport sind ihr vertraut: Als Sportphysiotherapeutin war sie auch im Ruderverband tätig. Sie kennt den Umgang mit Drucksituationen und hohen Belastungen bestens.  

Die Erfahrung aus dem Weltcup können die beiden direkt in den Klinikalltag einfliessen lassen, um auch dort täglich Spitzenleistungen zu bringen: «Wir sind flexibler geworden und lassen uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen», sagt Livia. 

Physiotherapie St. Anna im Bahnhof
Zentralstrasse 1 6003 Luzern
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Gina Muri
Dipl. Sportphysiotherapeutin
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Livia Birrer
Dipl. Physiotherapeutin