Patientenzeitschrift "Am Puls der Medizin"

Um Tumorerkrankungen individuell zu behandeln, ist eine exakte Diagnostik notwendig - mit Untersuchungen bis in die Zelloberfläche und in die Gene. Um die Art, den genauen Ort und die Grösse des Tumors zu bestimmen, benötigen wir zudem zuverlässige Bildgebungen. Die PET/CT-Untersuchung ist die neuste Bildgebung und im Alltag nicht mehr wegzudenken.

Um einen Tumor, seine Grösse und Aggressivität sowie allfällige Metastasen zu diagnostizieren, verwendet die Onkologie drei unteschiedliche, sich ergänzende Methoden:

Blutuntersuchung
Diese Methode untersucht das Blutbild, zum Beispiel den Anteil der verschiedenen Blutzell-Typen, aber auch Oberflächenstrukturen an Zellen (Immun-Phänotypisierung), genetische Marker sowie spezifische Tumormarker im Serum.

Gewebeuntersuchung
Das entnommene Gewebe wird speziell gefärbt und dann unter dem Mikroskop untersucht. Mit spezielen molekularbiologischen Methoden wird nach genetischen Veränderungen am Tumorgewebe gesucht. Diese können entscheidend sein für die Therapiewahl und Prognose.

Bildgebungen
Diese sind notwendig, um die Grösse des Tumors zu bestimmen und um zu erkennen, in welchem Stadium sich die Tumorerkrankung befindet. Entsprechend ist die Bildgebung oft entscheidend, ob eine Heilung überhaupt angestrebt wird (kurative Therapie) oder der Fokus auf der Lebens qualität für die verbleibende Lebenszeit liegt (palliative Therapie).

Als Bildgebende Verfahren stehen unterschiedeliche Technologien zur Verfügung:
Ultraschall-Untersuchungen, die Computer-Tomographie (CT) und die Magnetresonanz-Tomographie (MRI). Immer wichtiger geworden ist die Positronen- Emmissions-Tomographie (PET) in Fusion mit der CT (PET/CT): Damit erreicht man die bestmögliche Aussagekraft dieser Bildgebung.

PET/CT zeigt ableger des Primärtumors
Bei der PET/CT werden radioaktiv markierte Substanzen in den Körper gespritzt, die beispielsweise spezifisch an ganz bestimmte Zellen andocken (zum Beispiel an das Prostata-spezifische-Membran- Antigen bei Prostatakrebs) oder in den Stoffwechsel von Zellen integriert werden (zum Beispiel die dem Traubenzucker ähnliche, im Körper aber anders abgebaute Fluordesoxy- Glucose bei Lymphdrüsenkrebs). Aufgrund der ausgesendeten Strahlung kann das PET-Gerät aufzeigen, wie sich diese Substanzen im Körper verteilen – damit werden Tumorknoten sichtbar oder lässt sich die Stoffwechselleistung gesunder Körperzellen messen. Die Fusion der PET-Information mit den anatomischen Bildern des CT erlaubt schliesslich eine exakte Lokalisation von Tumorgewebe in den verschiedenen Organen, also zum Beispiel auch Ableger (Metastasen) in anderen Organen. Diese genaue Diagnostik erlaubt es, bei jeder Tumorpatientin, bei jedem Tumorpatienten die individuell massgeschneiderte Therapie zu definieren und durchzuführen. Dabei werden verschiedene Methoden angewendet und kombiniert. Die Resultate können bei jeder Patientin und bei jedem Patienten unterschiedlich ausfallen. Entsprechend werden vordergründig gleiche Tumorerkrankungen von Patientin zu Patient anders, das heisst individuell, behandelt. Die Befunde werden immer am interdisziplinären Tumorboard unter den involvierten Ärzten besprochen: So ergibt sich ein detailliertes Bild der Krankheit und erfolgsversprechender Therapien.

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Bilder eines PET-CTs.

Ärzte 1

Facharzt für: Medizinische Onkologie , Allgemeine Innere Medizin