Wir sehen Sie in Stadien, im Fernsehen und an nationalen wie internationalen Wettkämpfen: die Spitzensportlerinnen und -sportler unseres Landes. Während sie mit ihren Körpern Höchstleistungen vollbringen, steht hinter ihnen ein ganzes Team an unterstützenden Spezialisten - so auch die ärztliche Betreuung. Wir wollten wissen, was die Sportmedizin besonders macht und wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Freizeit- und Spitzensportmedizin liegen. Dr. med. Jörg Dünkel, Leider der Sportklinik Bern an der Klinik Permanence, hat uns aufgeklärt.
Ob im Freizeit- oder Spitzensport, die Verletzungsgefahrten und Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten sind identisch. Von den dominierenden Knie.- Muskel- und Sehnenverletzungen im Fussball bis hin zu Sprunggelenks- und Schulterverletzungen in Leichtathletik, Volleyball und Schwingsport: die Verletzungsmöglichkeiten sind vielfältig.
Unser Sportarzt Dr. med. Jörg Dünkel weiss gut um das Körperkapital von Athletinnen und Athleten im Einzel- und im Mannschaftssport. Als Teamarzt des BSC Young Boys und behandelnder Arzt namhafter Sportgrössen sowie zahlreicher Amateursportler liegt seine grösste Motivation darin, seine Patientinnen und Patienten schnellstmöglich wieder in Form zu bringen. Als Experte der Ultraschalldiagnostik ermittelt er in kürzester Zeit tiefgreifende Verletzungen in Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken und gibt so rasch Antwort auf die zentralen Fragen: Wie umfangreich und schwerwiegend ist die Verletzung, handelt es sich um eine Zerrung oder einen Riss und welche Behandlungsmethode ist am effizientesten für eine schnelle Genesung? Ist eine Operation vonnöten, zieht er einen auf das entsprechende Gelenk spezialisierten Chirurgen hinzu. Kann die Behandlung konservativ erfolgen, greift Dr. Dünkel oft zur Spritzentherapie, bei der unter Sicht des Ultraschalls eine regenerative Lösung, u.a. aus Eigenblutplasma, Hyaluron- und Milchsäure, hochpräzise an die Verletzungsstelle gespritzt wird.
Einen Unterschied zwischen Freizeit- und Spitzensportmedizin gibt es dennoch, erklärt Dr. Dünkel: «Spitzensportler haben über den persönlichen Kontakt oder die Überweisung durch unsere Physiokollegen einen schnelleren Zugang zu mir als Sportarzt. Sie erhalten sofort oder spätestens am nächsten Tag einen Termin. Auch stehe ich Spitzensportlern praktisch 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Sie haben meine private Handynummer und können mich im Notfall auch nachts erreichen.»
Dieses aussergewöhnliche ärztliche Engagement weiss auch der Fussballschiedsrichter-Halbprofi Alessandro Dudic zu schätzen. Anfang des Jahres 2022 verletzte er sich bei einem Match am rechten Knie. Der Ultraschall zeigte einen Riss am Innenmeniskus. Gemeinsam wurde die bestmögliche Behandlung im Hinblick auf seine weitere Fussballsaison besprochen, denn: Die Aufnahme als FIFA-Schiedsrichter und somit ein wichtiger Karriereaufstieg stand für Dudic bevor. Die beste Option für eine schnelle Genesung war in diesem Fall eine Operation durch den Kniespezialisten Dr. Thomas Schneider mit anschliessender Physiobehandlung. «Unser Ziel ist es, mittels der richtigen Behandlung zum optimalen Zeitpunkt die Sportkarriere positiv zu beeinflussen, damit die Athleten ihre beruflichen Ziele der Saison erreichen können», so Dr. Dünkel. Die Operation mit Dr. Schneider war ein voller Erfolg. Wenige Wochen nach dem Eingriff erbrachte Dudic bereits wieder Höchstleistungen und qualifizierte sich als neuer FIFA-Schiedsrichter. «Die ehrliche und direkte Meinung von Jörg und Thomas, aber vor allem ihre menschlichen Fähigkeiten, mich mental auf meinem Karriereweg zu unterstützen, schätze ich extrem. Als Spitzensportler hat man gewisse Privilegien, ja. Zum Beispiel, dass ich Jörg und Thomas jederzeit anrufen kann und sie sich Zeit für mich nehmen. Dafür bin ich sehr dankbar», lobt Dudic.
Ob Freizeit- oder Spitzensport: Eine exakte und rasche Diagnose einer Sportverletzung ist das A und O. «Gerade im Amateursport bei regionalen Vereinen ist es leider gang und gäbe, verletzte Sportlerinnen und Sportler für ein bis zwei Wochen pausieren zu lassen und sie nach dieser Auszeit wieder zurückzuholen. Ohne Diagnose – ohne Behandlung. Eine klare und unmittelbare Bildgebung mittels Ultraschall wäre aber sehr wichtig, um schwerwiegende Verletzungen mit langfristigen Folgen auszuschliessen. Deshalb sind unsere Türen für alle offen: den Freizeit- und den Spitzensportlern», unterstreicht Dr. Dünkel.