© Fotos von Philipp Hitz
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Markus Weggenmann (* 1953)
Ohne Titel (Streifenbild), 1995/1996
Leim- und Vinylfarbe auf Aquarellpapier
Je 87 x 117,5 cm

Standort: S3 und G1

Der ehemalige Ergotherapeut Markus Weggenmann widmete sich ab den 1990er-Jahren vollständig der Malerei und erlangte besondere Aufmerksamkeit mit seinen sogenannten „Streifenbildern“. Mit breitem Pinsel zieht er horizontale Linien freihändig über die Leinwand – ganz ohne Lineal oder technische Hilfsmittel. Es ist ein ruhiger, kontrollierter Prozess, der auf Perfektion verzichtet und stattdessen von der strahlenden Leuchtkraft der Farben lebt.

Die hochpigmentierten Farbtöne rührt der Künstler selbst mit Leim an. In unzähligen Gläsern reihen sie sich in seinem Zürcher Atelier und werden spontan und intuitiv mit jeweils drei bis vier Farben auf der Leinwand kombiniert. Durch den sparsamen Einsatz von Bindemitteln können die reinen Pigmentpartikel das Licht besonders stark reflektieren. Dies verleiht den Werken Weggenmanns ihre aussergewöhnliche Farbintensität und führt zu brillianten sowie samtig-matten Tönen.

Obwohl sich in Weggenmanns Arbeiten Parallelen zur konzeptuellen Kunst und zur Hard-Edge-Malerei erkennen lassen, positioniert sich der Künstler bewusst zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Er bezeichnet seine Arbeit selbst als „vorgegenständlich“ und lässt in allen Werkphasen die Farbe dominieren. Auch in seinen späteren Werkserien – etwa Arbeiten mit Autolack, geometrischen Formen oder pflanzenähnlichen Motiven – bleibt die Farbe das zentrale Ausdrucksmittel.