Hirslanden Fachartikel

Der Bewegungsapparat besteht aus Skelett sowie Skelettmuskulatur, Sehnen, Bändern und Gelenken und ermöglicht es dem Menschen, sich fortzubewegen. Dass unser Bewegungsapparat immer funktioniert, nehmen wir manchmal als selbstverständlich hin. Erst wenn es irgendwo zwickt, wird uns bewusst, dass wir ihm Sorge tragen sollten – wenn möglich schon bevor wir uns verletzen oder erkranken. Wie pflegen wir unsere Gelenke, Sehnen und Muskeln am besten? Wir haben uns mit dem Sportmediziner Dr. Jörg P. Dünkel der Hirslanden Sportklinik Bern unterhalten und fünf Tipps für Sie zusammengetragen.

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Sport

Sport ist wichtig, um den Bewegungsapparat fit und gesund zu halten. Durch regelmässige Bewegung wird die Muskulatur gestärkt, die Gelenke werden mobilisiert und die Durchblutung verbessert. Um Überlastungen und Verletzungen zu vermeiden, ist es jedoch wichtig, dass der Sport auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt wird. Bezüglich Bewegungsumfang empfiehlt die WHO 150 Minuten pro Woche moderate oder 75 Minuten pro Woche intensive körperliche Aktivität – oder eine Kombination aus beidem.

Physiotherapie

Physiotherapie ist eine gezielte Massnahme, um Beschwerden des Bewegungsapparates zu behandeln. Durch gezielte Übungen werden die Muskulatur gestärkt, die Beweglichkeit der Gelenke verbessert und Schmerzen reduziert. Um langfristige Erfolge zu erzielen, müssen die Übungen regelmässig durchgeführt werden. Auch bei Verletzungen oder muskuloskelettalen Beschwerden kann Physiotherapie helfen. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann individuelle Übungen und Therapien verschreiben, um Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Muskelfunktion wiederherzustellen. Physiotherapie kann auch präventiv eingesetzt werden, um Verletzungen vorzubeugen und die allgemeine Fitness zu verbessern.

Konservative Behandlung

Bei Beschwerden des Bewegungsapparates wird oft zuerst eine konservative Behandlung durchgeführt. Diese umfasst Massnahmen wie Ruhe, physikalische Therapien, Schmerzmedikation, orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen, Schienen oder Bandagen sowie Injektionen (z. B. Eigenblutplasmatherapie oder Hyaluronsäure). Ziel ist es, Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates ohne chirurgische Eingriffe zu behandeln oder zu lindern. Beispiele für konservative Behandlungen sind die Physiotherapie bei Rückenschmerzen, die konservative Behandlung von Bänderrissen oder die Anwendung von Schienen bei Gelenkverletzungen.

Chirurgische Behandlung

In manchen Fällen ist eine chirurgische Intervention notwendig, um Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates zu behandeln. Dies kann beispielsweise bei schweren Knochenbrüchen, Sehnenrissen, Gelenkschäden oder degenerativen Erkrankungen wie Arthrose der Fall sein. Chirurgische Eingriffe können zur Reparatur von Gewebe, zur Stabilisierung von Knochen oder Gelenken oder zur Entfernung von beschädigtem Gewebe dienen. Die Entscheidung für eine chirurgische Behandlung wird in der Regel von einem Facharzt getroffen.

Diagnostik

Um das Ausmass einer Verletzung festzustellen, sind bildgebende Verfahren wir Ultraschall, MRI oder Röntgenaufnahmen hilfreich. Eine genaue Diagnose kann nicht immer klinisch gestellt werden und ist für die optimale Behandlung zentral. Gerade Ultraschall ist schnell verfügbar, ermöglicht dynamische Untersuchungen und führt dank hochauflösenden Geräten schnell zu Klarheit über das Ausmass einer Verletzung, so dass eine gezielte Behandlung eingeleitet werden kann.