Douglas Mandry beobachtet die Welt mit der Neugier eines Forschenden und der Sensibilität eines Künstlers. Dabei arbeitet er eng mit wissenschaftlichen Institutionen wie der ETH Zürich zusammen. Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen fotografische Arbeiten, die soziale sowie ökologische Veränderungen thematisieren und mit fortschrittlichen Materialien experimentieren.
In seiner Serie „Monuments“ verwendet der Westschweizer Künstler historische Schwarz-Weiss-Fotografien aus den 1920er Jahren, die den Aletsch-Gletscher in seiner einstigen Pracht zeigen. Diese Bilder bringt er in einem aufwändigen lithografischen Verfahren auf spezielles Geotextil auf – ein Vlies, das zum Schutz der Gletscher vor direkter Sonneneinstrahlung eingesetzt wird und somit den Schmelzprozess verlangsamt.
Nach einer Saison auf dem Eis ist das Material von Verwitterung, Wasserflecken und Rostspuren gezeichnet, welche die Spuren der natürlichen Umwelteinflüsse sichtbar machen und zugleich auf die menschlichen Eingriffe in das Ökosystem hinweisen.
Der Aletsch-Gletscher wird in Mandrys Arbeit zu einem Symbol für die Ambivalenz unseres Umgangs mit der Natur. Er erinnert eindrücklich an das, was wir durch technischen Fortschritt zu zerstören drohen, und zeigt zugleich den Versuch, das Vergängliche mithilfe technischer Innovationen zu bewahren. Indem Mandry historische Fotografien mit zukunftsweisendem Material verbindet, schafft er eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auf poetische Weise illustriert er so die Fragilität unserer Umwelt und regt zur Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Fortschritt an.