Fasziektomie

Mit der Fasziektomie Operation werden verhärtete Knoten und Stränge entfernt. Diese befinden sich dabei im Bereich der Sehnen an der Handinnenfläche oder der Fusssohle. An der Hand sind die Knoten und Stränge Folge einer Bindegewebeerkrankung, der Dupuytren-Krankheit. An der Fusssohle nennt man diese Bindegewebeerkrankung Ledderhose-Krankheit. An der Hand führt die Krankheit dazu, dass die Finger nicht mehr gestreckt werden können. An der Fusssohle beeinträchtigten die Knoten die Gehfähigkeit.

Die Fasziektomie ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung der Dupuytren-Krankheit, resp. der Ledderhose-Krankheit. Bei der Dupuytren-Krankheit ist die Sehnenplatte (Palmaraponeurose) in der Hohlhand durch Wucherungen des Bindegewebes knoten- und strangartig verdickt. In der Folge werden die Finger immer mehr in einer Beugestellung zusammengezogen und können nicht mehr vollständig gestreckt werden. Mit einem chirurgischen Eingriff, Fasziektomie oder Apnoneurektomie genannt, wird das verhärtete Bindegewebe durchtrennt und entfernt. Die Sehnen können sich wieder frei bewegen und die Finger wieder gestreckt werden. Bei der Ledderhose-Krankheit ist die Plantarfaszie (Plantaraponeurose) an der Fusssohle betroffen.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor der Operation wird die betroffene Hand gründlich untersucht und es werden Röntgenbilder oder MRI-Aufnahmen angefertigt.

Blutstillende Medikamente werden einige Tage vorher abgesetzt. Wie vor Operationen üblich werden allenfalls Blutuntersuchungen, ein EKG und eine Blutdruckmessung vorgenommen. Für den Eingriff sollte man nüchtern sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Der Eingriff wird in der Regel in einer örtlichen Betäubung (Regionalanästhesie) durchgeführt.

Je nachdem, welche Anteile der Hand betroffen sind, erfolgt der Schnitt in der Hohlhand oder in der Mittellinie der Finger. Nach der Eröffnung der Handinnenfläche oder der Finger werden alle Knoten und Stränge entfernt. Normalerweise handelt es sich dabei um eine partielle Fasziektomie. Dies bedeutet, dass nicht die gesamte Sehnenplatte entfernt wird. Nach dem Verschliessen der Operationswunde wird ein Druckpolster in den Verband eingelegt, um einen Bluterguss zu verhindern. Die Operation dauert etwa 1 Stunde. Zur Behandlung der Ledderhose-Krankheit werden, analog wie bei der Hand, die Bindegewebeknoten chirurgisch entfernt.

 

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Erfolgschancen der Fasziektomie bei der Dupuytren-Kontraktur oder der Ledderhose-Kranheit hängen von verschiedenen Faktoren ab. Generell gilt, je früher operiert wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Streckausfälle an den Fingergrundgelenken können mit dem Eingriff im Allgemeinen vollständig korrigiert werden. Wenn das Mittelgelenk der Finger betroffen ist, führt jedoch auch die Operation oft nicht mehr zu einer vollständigen Streckung der Finger

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Trotz vorsichtiger Operationsweise kann es in seltenen Fällen zu Beschädigungen von Nerven oder Blutgefässen kommen. Gelegentlich kommt es nach der Operation erneut zu einer Verhärtung des Bindegewebes mit Knoten- und Strangbildung. In solchen Fällen ist manchmal eine erneute Operation erforderlich.

 

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Nach der Fasziektomie wird die operierte Hand mit einer Schiene entlastet. Bereits am ersten Tag nach der Operation werden erste physiotherapeutische Bewegungsübungen vorgenommen. Die Übungen müssen regelmässig durchgeführt werden, um wieder die volle Streckfähigkeit der Finger zu erlangen. Für alltägliche Verrichtungen wie Körperpflege oder Ankleiden kann die Hand rasch wieder benutzt werden. Schwere Belastungen sollten allerdings in den ersten 3 bis 4 Wochen vermieden werden. Eine Vollbelastung ist nach ca. 6 Wochen wieder möglich.

 

Zentren (1)