Kniegelenkspiegelung

Die Kniegelenkspiegelung oder Kniearthroskopie ist ein minimalinvasives Verfahren zur chirurgischen Behandlung von Meniskus- und Kreuzbandverletzungen. Über kleine Hautschnitte werden dabei Instrumente in das Kniegelenk eingeführt. Risse der Menisken oder der Kreuzbänder können damit schonend behandelt werden. Bei Infektionen oder Entzündungen kann das Kniegelenk gereinigt und mit Antibiotika gespült werden.

Mit der Kniegelenkspiegelung, medizinisch Kniearthroskopie genannt, werden Erkrankungen und Verletzungen im Kniegelenk diagnostiziert und behandelt. Am häufigsten kommt dieses minimalinvasive Verfahren bei Meniskusverletzungen und Kreuzbandverletzungen zum Einsatz. Aber auch bei Entzündungen oder Infektionen des Knies wird die Kniearthroskopie diagnostisch und therapeutisch eingesetzt.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor der Kniearthroskopie wird da Kniegelenk eingehend untersucht und das Ausmass der Verletzung oder der Erkrankung wird mit Röntgenbilder oder MRI-Aufnahmen erfasst.

Für den Eingriff sollte man nüchtern sein. Das bedeutet, keine Nahrungsaufnahme mindestens sechs Stunden und keine Flüssigkeitsaufnahme mindestens 3 Stunden vor dem Eingriff. Blutstillende Medikamente werden einige Tage vorher abgesetzt. Wie vor Operationen üblich, werden allenfalls Blutuntersuchungen, EKG und eine Blutdruckmessung vorgenommen.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Kniegelenkspiegelung wird oft ambulant durchgeführt. Für die Betäubung wird meistens eine Rückenmarksanästhesie (Spinalanästhesie) angewendet. Je nach Situation wird manchmal eine Vollnarkose für den Eingriff bevorzugt. Über einen kleinen Hautschnitt wird das bleistiftdicke optische Instrument mit der Kamera in das Kniegelenk eingeführt. Ein weiterer Hautschnitt dient dem Einführen von chirurgischen Instrumenten. Das Gelenk wird während dem gesamten Eingriff mit einer speziellen Flüssigkeit gespült. Dies erweitert den Gelenkraum und ermöglicht eine bessere Kamerasicht.

Meniskusoperation

Ein verletzter Meniskus wird entweder genäht oder teilweise entfernt. Bei sehr ausgedehnten Verletzungen des Meniskus kann auch eine Totalentfernung notwendig werden. In diesem Fall wird ein Meniskusersatz eingesetzt, das sogenannte Collagen Meniskus Implantat. Abgebrochene Knorpel- oder Knochenteile können ebenfalls arthroskopisch entfernt werden.

Kreuzbandoperation

Verletzte Kreuzbänder können mit der Kniearthroskopie ebenfalls genäht oder ersetzt werden. Ein verletztes, vorderes Kreuzband wird in der Regel mit einer körpereigenen Sehne ersetzt. Als Ersatz eigenen sich Teile der Patellarsehne oder der Quadrizepssehne. Manchmal muss für den Bandersatz eine Sehne aus dem anderen Knie mittels Arthroskopie entnommen werden.

Synovektomie

Eine chronische Entzündung der Gelenkkapsel, respektive der Gelenkschleimhaut macht manchmal die Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut notwendig. Dieser Eingriff wird Synovektomie genannt und kann ebenfalls während einer Kniegelenkspiegelung durchgeführt werden.

Am Ende der Kniearthroskopie wird die Funktion des Kniegelenkes überprüft, die Flüssigkeit wird aus dem Gelenkraum abgesaugt und die Hautschnitte werden verschlossen.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Kniegelenkspiegelung ist ein schonendes, minimalinvasives Verfahren. Die Belastung für das Kniegelenk ist deutlich geringer als bei einer offenen Operation. Die Kniearthroskopie gilt als Standardverfahren mit guten Resultaten für die Behandlung von Meniskusverletzungen oder Kreuzbandrissen.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Die Kniearthroskopie ist ein risikoarmes Routineverfahren. Wie bei allen Operationen können gelegentlich Komplikationen wie Infektionen, Nervenverletzungen, Nachblutungen oder Blutgerinnsel auftreten. Manchmal entstehen nach der Operation Ergüsse im Gelenk, die punktiert werden müssen. In seltenen Fällen kann es zu einer Regulationsstörung der Gefässe und Nerven kommen, dem sog. Sudeck-Syndrom.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Die Nachbehandlung hängt von der Art der Verletzung und der vorgenommen chirurgischen Behandlung ab. Nach geringfügigen Eingriffen kann das Kniegelenk rasch wieder belastet werden. Nach Kreuzbandoperationen oder wenn Teile des Meniskus genäht oder entfernt werden mussten, dauert es länger bis zur vollen Belastbarkeit. Die vollständige Heilung kann in diesen Fällen bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. Der Heilungsverlauf wird in regelmässigen Kontrolluntersuchungen überprüft.

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