Operation bei einem Wirbelbruch

Frakturen der Wirbelköper treten bevorzugt bei älteren Menschen mit einem Knochenschwund (Osteoporose) auf. Unfälle oder Knochenmetastasen bei Krebserkrankungen sind andere, weniger häufigere Ursachen. Die moderne chirurgische Behandlung der Wirbelkörperfrakturen bei Osteoporose besteht in der Stabilisierung und dem Aufbau des gebrochenen Wirbelkörpers mit Knochenzement. Bei Wirbelfrakturen aufgrund von Unfällen werden die gebrochen Wirbel häufig mit Osteosyntheseverfahren behandelt.

Etwa ab dem 40. Altersjahr vermindert sich die Knochensubstanz des Menschen zunehmend. Dieser Prozess wird Knochenschwund oder Osteoporose genannt. Auslösende Faktoren sind unter anderem Hormonumstellungen in der Menopause. Frauen sind daher viel häufiger von einer Osteoporose betroffen als Männer.

Der Knochenschwund in den Wirbelkörpern kann dazu führen, dass die Wirbel schon bei geringer Belastung brechen und zu Schmerzen und Haltungsschäden führen.

Osteoporotische Wirbelfrakturen und Wirbelfrakturen nach Unfällen oder bei Knochenmetastasen können heute mit der Technik der Knochenzementierung behandelt werden. Dieses minimalinvasive Verfahren wird Vertebroplastie oder Kyphoplastie genannt.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor dem Eingriff wird das Ausmass der Osteoporose und der Wirbelkörperfraktur mit Röntgenbildern und allenfalls CT-Aufnahmen bestimmt.

Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung. Daher ist eine Vorbereitung für eine Narkose normalerweise nicht notwendig.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Für die Vertebroplastie oder Kyphoplastie sind nur kleine Hautschnitte über dem betroffenen Wirbel notwendig. Über diese Hautschnitte wird unter Röntgenkontrolle eine Hohlnadel bis zum betroffenen Wirbel eingeführt. Durch die Hohlnadel wird mit grossen Druck Knochenzement in den Wirbel injiziert. Der dünnflüssige Knochenzement verteilt sich gleichmässig im gebrochenen Wirbel und härtet in kurzer Zeit aus. Dadurch wird der von der Osteoporose geschädigte Wirbel aufgebaut und gefestigt. Als Zement wird ein Kunststoff aus Polymethyl-Metacrylat verwendet. Bei jüngeren Patienten wird eine biologisch abbaubare Zementform verwendet, da ein junger Körper in der Regel selber wieder Knochensubstanz aufbauen kann.

Wirbelfrakturen nach Unfällen werden häufig mit Osteosynthesverfahren behandelt. Dabei werden die gebrochenen Wirbelkörper mit Schrauben und Platten fixiert. Dieses Vorgehen, das zu einer teilweisen Versteifung der Wirbelsäule führt, wird Spondylodese oder Fixateur interne genannt.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Mit der Festigung und Stabilisierung des Wirbels können Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Allgemeinen markant verbessert werden. Der Knochenschwund selber, die Wurzel allen Übels bei osteoporotischen Frakturen, wird durch den Eingriff allerdings nicht beseitigt.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Die Vertebroplastie oder Kyphoplastie ist mittlerweile ein risikoarmes Routineverfahren. Wie bei allen Operationen können gelegentlich Infektionen, Nervenverletzungen, Nachblutungen oder Blutgerinnsel auftreten. In seltenen Fällen können geringe Mengen des Knochenzementes in das umliegende Gewebe gelangen und dort Reizungen oder Nervenentzündungen auslösen.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Da der Knochenzement rasch aushärtet, kann die Wirbelsäule noch am gleichen Tag wieder belastet werden. Nach 4 bis 6 Wochen erfolgt eine Kontrolluntersuchung. Bei osteoporotischen Frakturen ist es wichtig, die Therapie der Osteoporose weiterzuführen. Dazu gehören Physiotherapie mit Bewegungsübungen und Muskeltraining sowie medikamentöse Behandlung des Knochenschwundes.

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