Zehenamputation

Durchblutungsstörungen im Fuss oder in den Zehen können zum Absterben (Nekrose) des Gewebes führen. Manchmal ist die Amputation von Zehen oder von Teilen des Fusses die einzige Möglichkeit, um das Absterben von schlecht durchblutetem Gewebe aufzuhalten.

Durchblutungsstörungen infolge von Gefässverkalkung (Arteriosklerose) können zu Gewebeschädigungen am Fuss oder an den Zehen führen. In der Folge entwickeln sich Geschwüre und in fortgeschrittenem Stadium kommt es zum Absterben (Nekrose) des Gewebes. Patienten mit Diabetes mellitus sind besonders gefährdet. Oft ist bei Nekrose Zehenamputation die einzige Möglichkeit, um den Fuss oder das Bein zu retten.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor der Operation wird der betroffene Fuss gründlich untersucht. Die Durchblutung wird mit Ultraschall oder mit einem Kontrastmittel-Röntgen (Angiographie) überprüft.

Blutstillende Medikamente müssen vor der Operation abgesetzt werden. Wie vor Operationen üblich werden allenfalls Blutuntersuchungen, EKG und eine Blutdruckmessung vorgenommen. Für den Eingriff sollte man nüchtern sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Je nach Zustand des Patienten und Ausmass der Zehen- oder Fussamputation wird der Eingriff in Vollnarkose oder mit einer Regionalanästhesie durchgeführt.

Meist wird eine Manschette am Oberschenkel angelegt, um grössere Blutungen während der Operation zu verhindern. Erkranktes, abgestorbenes oder infiziertes Gewebe wird dann entfernt. Wenn möglich wird die Amputation auf die betroffene Region beschränkt. Manchmal muss aber auch nicht abgestorbenes Gewebe entfernt werden. Dann nämlich, wenn offensichtlich ist, dass dieses ebenfalls bereits sehr schlecht durchblutet wird. Das Ausmass der Amputation wird daher oft erst während der Operation ersichtlich.

Die Amputationswunde wird normalerweise nicht mit einer Naht verschlossen. Bei schlecht durchbluteten Wunden sind die Heilungschancen besser, wenn die Wunde offenbleibt. Manchmal wird die Wunde mit einem Hauttransplantat abgedeckt.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Erfolgschancen der Zehenamputation hängen von der Grunderkrankung ab. Im Allgemeinen wird die Ausbreitung der Nekrose durch die Operation unterbunden. Unter Umständen kann es infolge der noch immer schlechten Durchblutung erneut zu Nekrosen kommen. In solchen Fällen müssen weitere Teile des Fusses oder des Beines amputiert werden.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Wie bei allen Operationen kann es gelegentlich zu Verletzungen von Nerven oder Blutgefässen kommen. Grösser als bei anderen Operationen ist hier die Wahrscheinlichkeit für Wundheilungsstörungen oder Infektionen infolge der schlechten Durchblutung.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Nach der Operation erfolgt in der Regel eine offene Wundbehandlung. Wegen der verminderten Durchblutung dauert die Wundheilung länger als nach Operationen üblich. Die Wunde muss strikt hygienisch und nur durch Fachpersonal gepflegt werden, um Infektionen zu verhindern

Je nach Ausmass der Amputation müssen orthopädische Spezialschuhe angefertigt werden.

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