Nierenoperationen, Harnleiteroperationen

Die am häufigsten durchgeführte Nierenoperation ist die teilweise oder komplette Entfernung der Niere (Nephrektomie). Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom), eine chronische Nierenentzündung, Missbildungen oder schwere Fälle von Nierensteinen können Gründe für eine Nierenoperation sein. Operationen am Harnleiter werden notwendig bei Krebsbefall des Harnleiters (Ureterkarzinom), bei Verengungen des Harnleiters oder zur Entfernung von Nierensteinen.

Nierenkrebs, Missbildungen der Niere, Niereninfarkt und chronische Entzündungen stellen die häufigsten Gründe für eine Nierenoperation dar. Beim Harnleiter, der Verbindung der Niere mit der Blase, können Krebserkrankungen, Nierensteine oder Verengungen eine Operation notwendig machen. Zur Entfernung von Tumoren in der Niere oder im Harnleiter werden diese Organe teilweise oder komplett entfernt, abhängig von der individuellen Krankheitssituation. Der Harnleiter kann mit künstlichen oder natürlichen Implantaten ersetzt werden. Zur Entfernung von Nierensteinen wird die Harnleiterspiegelung oder die extrakorporale Stosswellentherapie (ESWL) eingesetzt.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Urinanalysen, Ultraschall, Kontrastmitteldarstellung der Nieren, Computertomographie und MRI sind die gängigsten Untersuchungen, die bei Erkrankungen der Niere oder der Harnleiter durchgeführt werden. Manchmal wird auch eine Blasenpiegelung oder eine Harnleiterspiegelung vorgenommen.

Vor der Operation finden zudem die allgemein üblichen Abklärungen wie Blutuntersuchung, Blutdruckmessung und EKG statt. Allfällige Blutverdünner werden vor der Operation abgesetzt. Die Nieren- oder Harnleiteroperation wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. Für den Eingriff muss man entsprechend nüchtern sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Nierenentfernung, Nephrektomie

Die teilweise oder komplette Nierenentfernung kann in einer offenen Operation oder mit der minimalinvasiven Laparoskopie-Methode durchgeführt werden. Heute wird zunehmend das schonende minimalinvasive Verfahren angewendet. Die offene Operation kommt zum Zug, wenn der Nierenkrebs in das umliegende Gewebe eingewachsen ist oder wenn Lymphknoten befallen sind.

Bei der Laparoskopie-Methode werden eine Kamera und die chirurgischen Instrumente über mehrere kleine Hautschnitte in den Körper eingeführt. In gewissen Zentren wird zur Unterstützung der Operation ein Operationsroboter (Da Vinci Roboter) eingesetzt. Mit dem Einsatz des Roboters kann die Operation noch präziser durchgeführt werden.  

Wenn immer möglich wird bei der Operation versucht, einen Teil der Niere zu erhalten. Die komplette Entfernung der Niere kann häufig vermieden werden. Zuerst werden die Blutgefässe der Niere abgeklemmt, um die Blutzufuhr zu drosseln. Wenn die Unterbrechung der Blutzufuhr länger dauert, wird die Niere abgekühlt. So kann eine Schädigung durch Sauerstoffunterversorgung verhindert werden. Dann wird der vom Krebs oder von der Erkrankung befallene Teil der Niere herausgelöst und entfernt. In Fällen, wo die ganze Niere entfernt werden muss, wird zusätzlich auch der Harnleiter entfernt.  

Harnleiteroperation

Bei Harnleiterkrebs oder bei Verengungen des Harnleiters wird der Harnleiter teilweise oder komplett entfernt. In solchen Fällen kann der Harnleiter, je nach Situation, mit einem künstlichen oder natürlichen Implantat ersetzt werden. Für den künstlichen Ersatz werden Harnleiterschienen verwendet. Es handelt sich dabei um Röhrchen (Stents) aus einem Metallgeflecht und einer Kunststoffbeschichtung. Die Harnleiterschienen müssen regelmässig gewechselt werden. Früher mussten dafür monatlich Harnleiterspiegelungen durchgeführt werden. Mittlerweile gibt es Harnleiterschienen, die nur noch jährlich gewechselt werden müssen.

Bei der natürlichen Rekonstruktion des Harnleiters wird ein Stück Dünndarm oder Dickdarm entnommen und als Harnleiter verwendet.

Gelegentlich ist die Rekonstruktion des Harnleiters nicht möglich und es muss ein künstlicher Harnausgang (Urostomie) angelegt werden.

Nierensteinentfernung

Nierensteine machen üblicherweise keine Beschwerden, solange sie sich in der Niere befinden. Wenn sie sich lösen und in den Harnleiter gelangen, verursachen sie die typischen Nierenkoliken. Die Entfernung der Nierensteine aus dem Nierenbecken oder dem Harnleiter kann über eine Harnleiterspiegelung oder mit der extrakorporalen Stosswellentherapie erfolgen. Bei der Harnleiterspiegelung wird das Endoskop über Harnröhre und Blase bis in den Harnleiter oder das Nierenbecken vorgeschoben. Kleinere Steine können damit unter Kamerasicht mit einer Greifzange gefasst und entfernt werden. Grössere Steine werden vor der Entfernung mit einem im Endoskop integrierten Laser verkleinert.

Die extrakorporale Stosswellentherapie ist ein nicht invasives Verfahren, um Nierensteine zu zertrümmern. Bei dieser Methode werden hochenergetische Schallwellen von aussen auf die Nierensteine gerichtet. Diese zerkleinern die Steine soweit, dass sie über den natürlichen Weg ausgeschieden werden können. Gelegentlich ist dies von leichten Nierenkoliken begleitet. Oft sind mehrere Behandlungssitzungen notwendig, bis die Nierensteine alle zertrümmert sind.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Nach der Entfernung von Nierensteinen ist die Erkrankung normalerweise behoben. Die Prognose nach Entfernung von Niere oder Harnleiter bei Krebserkrankung hängt vom Stadium der Krebserkrankung ab. Bei der Entfernung von lokal begrenzten Tumoren, die noch keine Ableger gebildet haben, bestehen gute Heilungschancen nach der Operation.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Nierenoperationen und Harnleiteroperationen sind risikoarme Routineeingriffe.  Wie bei allen Operationen können gelegentlich Nachblutungen, Nervenverletzungen und Infektionen auftreten.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Der Urinkatheter, der nach Nierenoperationen und Harnleiteroperationen praktisch immer eingesetzt wird, kann nach einigen Tagen entfernt werden. Der Spitalaufenthalt dauert im Normalfall 3 bis 5 Tage.

Körperliche Anstrengungen sollten während den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation vermieden werden. Nach einer teilweisen Nierenentfernung ist keine Einschränkung der Nierenfunktion zu erwarten. Achten Sie aber darauf, genügend zu trinken. Bei einer vollständigen Entfernung der Niere reicht die andere Niere im Allgemeinen aus, um die Nierenfunktion aufrecht zu erhalten. Ein Leben ohne Einschränkung ist möglich. Allerdings sollte die Nierenfunktion regelmässig überprüft werden.

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