Rektumoperation

Bei Rektumoperationen (Enddarmoperationen) wird in der Regel ein Teil des Enddarms entfernt. Wegen der Nähe des Enddarms zum Schliessmuskel muss bei diesen Eingriffen speziell auf den Erhalt des Schliessmuskels geachtet werden. Häufig wird nach der Operation zur Schonung des Schliessmuskels ein vorübergehender künstlicher Dickdarmausgang (Kolostomie) angelegt.

Der Enddarm, medizinisch Rektum, ist der unterste Teil des Dickdarms und kann wie dieser von Tumoren und Entzündungen befallen werden. Krebserkrankungen (Rektumkarzinom) und Entzündungen des Enddarms (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) sind dementsprechend die häufigsten Gründe für eine Rektumoperation.

Eingriffe bei Darmvorfällen oder Störungen des Schliessmuskels werden im Kapitel Operationen bei Stuhlinkontinenz beschrieben.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Zur Abklärung von Enddarmerkrankungen werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Normalerweise gehören dazu eine Tastuntersuchung und eine Dickdarmspiegelung, bei Krebserkrankungen auch eine Computertomographie.

Bei grösseren Tumoren, die bereits in die Umgebung eingewachsen sind, wird vor der Operation manchmal zuerst eine Strahlentherapie oder Chemotherapie durchgeführt. So kann der Tumor erst einmal verkleinert werden.

Wie bei allen Operationen finden vor einer Rektumoperation zudem die allgemein üblichen Abklärungen wie Blutuntersuchung, Blutdruckmessung und EKG, statt. Allfällige Blutverdünner müssen vor dem Eingriff abgesetzt werden und es wird eine Darmreinigung durchgeführt. Rektumoperationen finden in Vollnarkose statt. Für den Eingriff muss man entsprechend nüchtern sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Rektumoperationen werden bevorzugt mit der minimalinvasiven Laparoskopie-Technik (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt. Für dieses gewebeschonende Verfahren werden sowohl eine Kamera mit Lichtquelle wie auch diverse chirurgische Instrumente über mehrere kleine Hautschnitte in den Bauchraum eingeführt. Der Bauchraum wird dann mit Luft aufgeblasen, um eine bessere Sicht auf das Operationsgebiet und mehr Raum zu erhalten. Der erkrankte Teil des Enddarms wird sorgfältig freigelegt, herausgelöst und entfernt. Nach der Entfernung wird das verbliebene Darmende mit dem Darmausgang verbunden. Bis die neu geschaffene Darmverbindung richtig funktioniert, ist häufig vorübergehend die Anlegung eines künstlichen Darmausgangs notwendig. Wenn bei der Operation der Schliessmuskel entfernt werden musste, so ist ein dauerhafter künstlicher Darmausgang unumgänglich. Erläuterungen zum künstlichen Darmausgang finden Sie in den Kapiteln Dickdarmoperation und Dünndarmoperation.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Heilungschancen nach einer Rektumoperation hängen von der Grunderkrankung ab. Lokale Tumore, die noch keine Ableger gebildet haben, können mit der Operation geheilt werden. Das gleiche gilt für die Colitis ulcerosa, sofern der gesamte Dickdarm inklusive Enddarm entfernt wird. Operationen bei Morbus Crohn dienen zur Behandlung der Beschwerden und Komplikationen wie Fistelbildungen. Die Grunderkrankung kann mit dem Eingriff allerdings nicht geheilt werden.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Wie bei allen Operationen kann es gelegentlich zu Nachblutungen, Nervenverletzungen oder Infektionen kommen. In seltenen Fällen kann die Darmnaht undicht werden, was unter Umständen eine erneute Operation notwendig macht.

Manchmal kommt es nach der Operation zu Verwachsungen, die viele Jahre nach der Operation noch zu Beschwerden führen können.  

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Nach der Operation erfolgt die Überwachung im Aufwachraum. Im Allgemeinen kann man am gleichen Tag noch aufstehen und am Folgetag bereits wieder Nahrung zu sich nehmen. Der Spitalaufenthalt dauert üblicherweise 4 bis 5 Tage. Nach der Operation sollten grössere körperliche Anstrengungen jedoch für 6 bis 8 Wochen vermieden werden.

Ein vorübergehend angelegter künstlicher Darmausgang kann normalerweise nach 4 bis 8 Wochen mit einer zweiten kleinen Operation wieder geschlossen werden.

 

Zentren (3)