Lymphknotenentfernung

Die Lymphknotenentfernung, medizinisch Lymphadenektomie genannt, dient der Abklärung von unklaren Lymphknotenschwellungen. Bei Krebserkrankungen werden verdächtige Lymphknoten entfernt, um die Ausbreitung des Krebses zu unterbinden.

Lymphknoten sind Teil des Immunsystems und spielen daher eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Viren und Bakterien. Sie filtern die Lymphflüssigkeit, und sind daher oft erste Station von Ablegern von Tumorzellen, die sich im Körper ausbreiten.

Lymphknoten werden deshalb zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken entfernt. Die diagnostische Lymphknotenentfernung wird angewendet, um die Ursache von unklaren Lymphknotenschwellungen festzustellen. Bei Krebserkrankungen werden die Lymphknoten, die dem Tumor am nächsten liegen (Sentinel-Lymphknoten) auf Krebsableger überprüft. Die therapeutische Lymphknotenentfernung wird eingesetzt, wenn die Lymphknoten bereits Metastasen aufweisen oder um die Metastasierung in die Lymphknoten zu verhindern.

Typische Orte, wo Lymphknoten entfernt werden sind: Die Achselhöhle bei Brustkrebs, die Leistengegend bei Krebserkrankungen der Beckenorgane, der Hals bei Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor der Lymphknotenentfernung finden verschiedene Abklärungen statt. Blutuntersuchungen geben Hinweise auf eine Infektion oder eine mögliche Krebserkrankung.  Verdächtige Lymphknoten werden mit Ultraschall oder anderen Untersuchungen genau lokalisiert. Manchmal wird der Lymphknoten vor der Entfernung zuerst nur punktiert.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Oberflächliche Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leistengegend können in der Regel in einer örtlichen Betäubung entfernt werden. Tiefsitzende Lymphknoten werden oft während der eigentlichen Tumoroperation unter Vollnarkose entfernt. Die Entfernung der oberflächlichen Lymphknoten geschieht über einen kleinen Hautschnitt und dauert ca. eine halbe Stunde. Die entfernten Lymphknoten werden genau untersucht. Mit verschiedenen Methoden wird nach Krebszellen oder Krankheitserregern gefahndet.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Wird der Lymphknoten zu diagnostischen Zwecken entfernt, so kann mithilfe der nachfolgenden Untersuchung meist die richtige Diagnose gestellt werden. Der Erfolg der therapeutischen Entfernung bei Krebserkrankungen hängt u.a. von der Art der Krebserkrankung sowie der Ausdehnung und der Aggressivität des Tumors ab. Im Allgemeinen wird mit der Entfernung der Lymphknoten das Ausbreitungsrisiko der Krebserkrankung verkleinert.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Die Entfernung von oberflächlichen Lymphknoten ist ein risikoarmer Eingriff. Wie bei allen Operationen kann es gelegentlich zu Nervenschädigungen, Gefässverletzungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen kommen. Nach ausgedehnten Entfernungen von Lymphknoten kann es zu Abflussbehinderungen der Lymphflüssigkeit und Ausbildung von Lymphödemen kommen.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Gelegentlich wird ein Drainageschlauch in die Operationswunde eingelegt, der nach 1 bis 3 Tagen wieder entfernt wird. Bei einer diagnostischen Abklärung richtet sich das weitere Vorgehen nach dem Befund der untersuchten Lymphknoten. Nach einer therapeutischen Entfernung von Lymphknoten wird die Behandlung der zu Grunde liegenden Krebserkrankung weitergeführt.

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