Magenoperation

Verschiedene Erkrankungen können eine Operation am Magen notwendig machen. Je nach Erkrankung werden dabei unterschiedliche Eingriff vorgenommen. Nachfolgend werden einige Eingriffe näher erläutert: Magenentfernung (Gastrektomie, Magenresektion), Magenausgangserweiterung (Pyloroplastik), Magen-Dünndarmverbindung (Gastroenterostomie) und perkutane Magensonde (Gastrostomie).

Magenoperationen können aus verschiedenen Gründen erforderlich werden. Der häufigste Grund für eine teilweise oder komplette Magenentfernung ist der Magenkrebs. Operationen bei gutartigen Magengeschwüren sind heute nur noch bei Komplikationen wie Magendurchbruch oder Blutungen erforderlich. Oft muss bei Magenoperationen der Restmagen anschliessend mit dem Dünndarm verbunden werden. Dieser Eingriff wird Gastroenterostomie genannt. Bei Verengungen des Magenausgangs (Pylorus) infolge von Tumoren oder Narben wird der Magenausgang chirurgisch erweitert (Pyloroplastik). Bei Erkrankungen der Speiseröhre oder des Mageneingangs ist manchmal das Anlegen einer Magenernährungssonde durch die Bauchdecke notwendig (Gastrostomie).

Die Operationen bei Übergewicht wie Magenbypass oder Magenband werden im Kapitel Adipositaschirurgie beschrieben. Die chirurgische Therapie bei Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre wird im Kapitel Refluxoperation erläutert.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Je nach Erkrankung des Magens werden unterschiedliche Untersuchungen eingesetzt. Die [Magenspiegelung] gehört zu den häufigsten Untersuchungsmethoden bei Magenerkrankungen. Ultraschall, Computertomographie und Kontrastmittelröntgen sind weitere mögliche Untersuchungsmethoden vor einer Magenoperation.

Allfällige Blutverdünner müssen vor dem Eingriff abgesetzt werden. Eine Magenoperation wird in Vollnarkose durchgeführt. Für den Eingriff muss man entsprechend nüchtern sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Wahl der Operationsmethode hängt von der individuellen Patientensituation und der Art der Erkrankung ab. Wenn möglich wird der Eingriff laparoskopisch, das heisst minimalinvasiv ohne Öffnung der Bauchdecke durchgeführt.

Gastrostomie

Bei der Gastrostomie wird eine künstliche Mündung des Magens durch die Bauchdecke angelegt. Dabei wird ein Schlauch von aussen durch die Haut und die Bauchdecke in den Magen eingelegt. Dieser Schlauch dient als Ernährungssonde, wenn eine Magensonde durch die Nase nicht möglich ist.

Magenentfernung, Gastrektomie, Magenresektion

Hauptgrund für eine Magenentfernung ist der Magenkrebs. Je nach Stadium und Ausdehnung des Krebses wird eine teilweise oder eine komplette Magenentfernung vorgenommen. Heute ist eine Magenentfernung laparoskopisch möglich. Über mehrere Schnitte in der Bauchdecke werden zuerst Kamera und chirurgische Instrumente eingeführt. Der Magen oder die vom Tumor befallenen Teile werden dann losgelöst und entfernt. Manchmal ist anschliessend eine künstliche Verbindung des Restmagens mit dem Dünndarm erforderlich (Gastroenterostomie). Bei vollständiger Magenentfernung dient der obere Abschnitt des Zwölffingerdarms dann als Ersatzmagen.

Gastroenterostomie

Die Gastroenterostomie kann oft auch laparoskopisch durchgeführt werden. Bei der Gastroenterostomie wird der Magen direkt mit dem Dünndarm (Jejunum) verbunden. Der Magenausgang und der Zwölffingerdarm (Duodenum) werden dabei überbrückt.

Magenausgangserweiterung, Pyloroplastik

Die Magenausgangserweiterung oder Pyloroplastik wird bei Verengungen des Magenausgangs eingesetzt. Tumoren, Stenosen oder Narbenbildungen können die Ursache der Verengung sein.

Die Pyloroplastik wird ebenfalls bevorzugt laparoskopisch durchgeführt. Wie bei den anderen Magenoperationen werden die Instrumente zuerst durch Schnitte in der Bauchdecke eingeführt. Wenn Tumore oder Krebserkrankungen für die Verengung verantwortlich sind, wird die Pyloroplastik in der Regel mit weiteren Operationen kombiniert. Die alleinige Pyloroplastik wird nur bei gutartigen Verengungen infolge von Entzündungen eingesetzt.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Prognose nach Magenoperationen hängt von der Art der Erkrankung ab. Bei Krebserkrankungen ist die Prognose im Allgemeinen dann gut, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann und keine Metastasen vorliegen.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Magenoperationen stellen Standardeingriffe dar. Je nach Art der Grunderkrankung und der eingesetzten Operationsmethode können unterschiedliche Komplikationen auftreten. Gelegentlich kann es zu Nervenverletzungen, Blutungen oder Infektionen kommen. Künstliche Verbindungen mit dem Dünndarm können mitunter ungenügend funktionieren.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Nach Magenoperationen ist häufig für einige Tage eine Magensonde erforderlich. Der Nahrungsaufbau erfolgt langsam und schonend. Der Körper muss sich schrittweise an die veränderten Bedingungen im Verdauungstrakt gewöhnen. Am Anfang können Oberbauchbeschwerden wie Völlegefühl oder Übelkeit auftreten. Wegen dem fehlenden Magen gelangen die Speisen häufig zu schnell in den Dünndarm. Dies kann zu einem Blutzuckeranstieg oder zu Durchfällen führen. Das Essverhalten sollte auf diese veränderten Bedingungen angepasst werden: Es sollten nur kleinere Einzelportionen und dies mehrmals pro Tag zu sich genommen werden. Reine Kohlenhydrate-Mahlzeiten sind ungünstig und unmittelbar vor und während dem Essen sollte nicht getrunken werden. Verdauungsfördernde Medikamente helfen, die Verdauung zu unterstützen.

Nach einer Magenoperation sind regelmässige Nachkontrollen erforderlich.

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