Scheidenoperationen

Operationen an der Vagina werden hauptsächlich zur chirurgischen Behandlung von Scheidenkrebs oder Gebärmutterhalskrebs vorgenommen. Eine Scheidenrekonstruktion wird nötig, wenn beim chirurgischen Eingriff aufgrund eines ausgedehnten Krebsbefalls grössere Teile der Scheide entfernt wurden.

Der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) entsteht in der Scheide selber, doch auch der Gebärmutterhalskrebs kann vom Gebärmutterhals auf die Scheide übergreifen. Die chirurgische Behandlung besteht in beiden Fällen darin, das vom Krebs befallene Gewebe aus der Scheide zu entfernen. Bei örtlich begrenzter Erkrankung wird das Krebsgewebe herausgeschnitten, ohne dass die Vagina entfernt werden muss. Bei fortgeschrittener Erkrankung müssen manchmal grössere Teile der Vagina oder die gesamte Vagina entfernt werden. In solchen Fällen ist es möglich, die Scheide mittels einer Scheidenrekonstruktion wiederherzustellen.

Welche Vorbereitungen werden getroffen?

Vor dem Eingriff werden verschiedene Abklärungen und Untersuchungen vorgenommen. Ultraschalluntersuchung und Scheidenspiegelung gehören dabei zu den Standardabklärungen. Gelegentlich wird auch eine Computertomographie oder ein MRI durchgeführt. Allfällige Blutverdünner müssen vor dem Eingriff abgesetzt werden. Manchmal wird vor der Operation der Tumor zuerst mit einer Strahlentherapie oder einer Chemotherapie verkleinert. Die Operation zur Entfernung des Scheidenkrebses wird, je nach Grösse des Tumors, unter Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung), Spinalanästhesie (Betäubung des Rückenmarks) oder in Vollnarkose durchgeführt. Ist eine Scheidenrekonstruktion notwendig, erfolgt diese in Vollnarkose.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Operation zur Entfernung des Tumors richtet sich nach der Grösse und der Ausdehnung des Tumors. Kleinere Tumoren können unter Schonung der Vagina entfernt werden. Bei grösseren Tumoren müssen Teile der Vagina oder manchmal die gesamte Vagina plus benachbarte Organe wie die Blase entfernt werden.

Die Scheidenrekonstruktion ist eine komplexe Operation, bei der eine neue Scheide konstruiert wird. Dazu wird körpereigenes Gewebe aus Muskeln, Darm und Haut verwendet und verpflanzt. Der Eingriff dauert mehrere Stunden.

Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?

Die Erfolgsquote der Scheidenkrebsoperation hängt vom Krebsstadium ab. In der Regel wird aber eine radikale Entfernung der Vagina nur durchgeführt, wenn damit gute Chancen bestehen, die Krebserkrankung wirksam zu behandeln. Die Scheidenrekonstruktion hat zum Ziel, den betroffenen Frauen ein zufriedenstellendes Sexualleben zu ermöglichen. Dieses Ziel wird mit der Operation im Allgemeinen erreicht.

Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?

Die radikale Scheidenentfernung nach Krebsbefall ist eine komplexe Operation, bei der oft auch benachbarte Organe betroffen sind. Blase, Harnröhre oder der Enddarm müssen häufig ebenfalls in die Operation einbezogen werden. Die Komplikationen und Risiken hängen von der Ausdehnung des Krebsbefalles ab. Die Scheidenrekonstruktion selber ist mit weniger Risiken behaftet. Wie bei allen Operationen können aber in seltenen Fällen Infektionen, Nervenverletzungen, Nachblutungen oder Blutgerinnsel auftreten.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Nach dem Eingriff erfolgt die Aufwachphase aus der Narkose mit Überwachung. Verläuft alles normal, kann man nach einigen Tagen das Spital verlassen. Starke körperliche Tätigkeit und Heben von schweren Lasten gilt es nach der Operation für einige Zeit zu vermeiden. Um den neugeschaffenen Scheidekanal offen zu halten, wird meist für einige Zeit noch eine Dehnungsprothese eingelegt. Bis zur vollständigen Verheilung und Funktionstüchtigkeit der rekonstruierten Scheide sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Je nach Stadium der Krebserkrankung ist eine weiterführende Behandlung (Chemotherapie) notwendig. Zudem sollten regelmässige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

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