Bei akuten Kniebeschwerden bietet sich zunächst eine Röntgenuntersuchung an, da sie einen guten Überblick über knöcherne Verletzungen ermöglicht. Röntgenstrahlen bergen ein geringes Risiko und werden nur eingesetzt, wenn sie medizinisch sinnvoll sind. Ein MRT erlaubt die Beurteilung der Weichteile im Knie und kommt ohne Röntgenstrahlung aus.
Wegen meiner starken Kniebeschwerden will mich (34, w) meine Hausärztin für eine vertiefte Abklärung bei einem Spezialisten anmelden. Dort sollen Untersuchungen mit Röntgen und gegebenenfalls MRT erfolgen. Was birgt das für Risiken?
«Es ist üblich, dass Hausärzte oder Orthopäden Patientinnen und Patienten mit starken Kniebeschwerden an die Radiologie überweisen, wo mithilfe bildgebender Verfahren eine Diagnose erfolgt. Zur Abklärung kommen das klassische Röntgen sowie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) infrage. Röntgenstrahlen bergen grundsätzlich ein geringes Risiko, da sie Effekte auf das Erbgut auslösen können. In sehr seltenen Fällen kann eine hohe oder wiederholte Strahlenbelastung das Krebsrisiko leicht erhöhen. Bei diagnostischen Untersuchungen ist dieses zusätzliche Risiko jedoch sehr niedrig. Oft wird vergessen, dass wir im Alltag kontinuierlich natürlicher Strahlung ausgesetzt sind, etwa durch kosmische Strahlung bei Flugreisen oder durch Umgebungsstrahlung. Die Strahlendosen moderner medizinischer Röntgenuntersuchungen sind heute deutlich geringer als noch vor einigen Jahrzehnten. Man unterscheidet deterministische Strahlenschäden, wie Hautschäden, die erst oberhalb bestimmter Dosen auftreten, und stochastische Schäden, bei denen das Risiko mit der Dosis steigt, ohne feste Schwelle. Deterministische Schäden spielen bei heutigen diagnostischen Untersuchungen keine Rolle mehr. In Ihrem Fall wäre zunächst eine Röntgenuntersuchung sinnvoll, um knöcherne Verletzungen auszuschliessen. Anschliessend kann ein MRT des Knies zur Beurteilung von Kreuzbändern oder Menisken erfolgen. Eine Überweisung an das Institut für Radiologie der Hirslanden Klinik Aarau ist über die Hausärztin möglich. Wir sind bekannt für kurze Wartezeiten», sagt Dr. med. Nebiyat Belachew, Facharzt für Radiologie.
Neue Geräte im Einsatz
Bei der Hirslanden Klinik Aarau arbeiten wir mit Geräten der neuesten Generation, etwa mit dem photonenzählenden CT, das je nach Fragestellung eine hohe Bildqualität bei möglichst geringer Strahlenbelastung erlaubt. Dies ermöglicht eine präzisere Diagnostik, etwa im Bereich von Gefässen, Herz und Lunge. Besonders bei sehr kleinen Strukturen wie Herzkranzgefässen mit Durchmessern von ein bis zwei Millimetern kann die hohe räumliche Auflösung helfen, invasive Abklärungen zu vermeiden. Mit dem MRT steht zudem ein bildgebendes Verfahren zur Verfügung, das ohne ionisierende Strahlung auskommt und sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln, Bändern, Menisken und Gehirn eignet. Während der Untersuchung liegen die Patientinnen und Patienten mehrere Minuten in einer Röhre, zudem entsteht ein deutlicher Lärm. Ein MRT ist bei vielen Fragestellungen, insbesondere ohne Kontrastmittel, auch bei eingeschränkter Nierenfunktion die bevorzugte Methode. Personen mit nicht MR-kompatiblen Herzchrittmachern können hingegen nicht untersucht werden.
Interventionelle Radiologie
Nebst der klassischen Bildgebung gewinnt die interventionelle Radiologie an Bedeutung. Dabei kommen minimalinvasive, bildgesteuerte Verfahren sowohl zur Diagnosesicherung, etwa durch Gewebeentnahmen, als auch zur Therapie zum Einsatz, zum Beispiel über endovaskuläre Zugänge. Diese Methoden ermöglichen heute schonende Behandlungsansätze, sodass viele Patientinnen und Patienten das Spital am selben oder folgenden Tag verlassen können. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die bildgesteuerte Schmerztherapie, bei der Medikamente unter Sicht – meist mittels Durchleuchtung, CT oder Ultraschall – gezielt an Gelenke oder in Nervennähe injiziert werden. Auch in der Tumordiagnostik spielt die interventionelle Radiologie eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Nieren- und Lebertumoren können mithilfe CT-gestützter Gewebeentnahmen genauer charakterisiert werden.