Das Tumorzentrum Hirslanden Zürich vereint erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte aus verschiedenen Disziplinen, die Krebspatientinnen und -Patienten fachübergreifend betreuen - von der Diagnosestellung über die Therapie bis zur Nachsorge. Dabei befolgen sie klar definierte Behandlungspfade und orientieren sich an Leitlinien, die den neuesten Stand der Medizin widerspiegeln. Das Tumorzentrum Hirslanden Zürich belegt dieses Qualitätsversprechen mit der Zertifizierung als European Cancer Centre nach den anspruchsvollen Vorgaben der deutschen Krebsgesellschaft (DKG).

Die Krebsmedizin hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte erzielt. Das betrifft die Früherkennung und die Diagnostik genauso wie die Therapie und die Nachsorge. So ist es heute oft möglich, Tumorerkrankungen nicht nur früher zu erkennen und präziser zu diagnostizieren, sondern auch wirkungsvoller und schonender zu behandeln.

Zu diesem Fortschritt beigetragen haben zum einen Weiterentwicklungen bei der Bildgebung sowie bei den drei klassischen Therapieansätzen Operation, Chemotherapie und Radiotherapie. Zum anderen sind neue diagnostische und therapeutische Verfahren entwickelt worden, welche die klassischen Therapieansätze bei der Behandlung von verschiedenen Krebsarten ergänzen. Dazu zählen beispielsweise die genetische und die molekularbiologische Diagnostik sowie sogenannte zielgerichtete Therapien und Immuntherapien.

Interdisziplinäre Tumorboards

Um das auf verschiedene Fachgebiete verteilte Wissen und Können zusammenzubringen und zu bündeln, bedarf es Strukturen und Prozesse, welche die fachübergreifende Zusammenarbeit regeln. Im Zentrum stehen dabei die – gesetzlich auch erforderlichen – interdisziplinären Tumorboards. An ihnen besprechen die Spezialistinnen und Spezialisten aus den verschiedenen Fachgebieten jeden Krankheitsfall einzeln und erarbeiten gemeinsam einen individuellen Behandlungsplan. Im Kern gehören dazu die Onkologie, die Radiologie, die organspezifische Chirurgie, die Strahlentherapie und die Pathologie. Je nach Krankheitsfall kommen weitere Fachgebiete wie beispielsweise die Gastroenterologie oder die Pneumologie hinzu.

Behandlungspfade und Leitlinien

Das Tumorzentrum Hirslanden Zürich geht bei der interdisziplinären Vernetzung weit über diese gesetzlichen Anforderungen hinaus, indem es auch die umfangreichen Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erfüllt. Dazu zählen zum einen klar definierte Behandlungspfade, welche die fachübergreifende Zusammenarbeit über die gesamte Versorgungskette systematisch strukturieren. So stellen sie sicher, dass die Kompetenzen der verschiedenen Fachgebiete ebenso wie der Pflege in jeder Phase der Behandlung aller Patientinnen und Patienten optimal aufeinander abgestimmt sind. Wesentlich dazu gehören dabei auch unterstützende Angebote wie beispielsweise die Psychoonkologie, die Physiotherapie, die Ernährungsberatung sowie die Schmerz- und die Palliativmedizin.

Zum anderen beinhalten die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft auch eine Orientierung an evidenzbasierten Behandlungsleitlinien, die für jede Krebsart den aktuellsten Stand der Wissenschaft reflektieren. Sie verstehen sich als Entscheidungshilfen bei der Therapieplanung, um Patientinnen und Patienten aller Versicherungsklassen die bestmögliche Behandlung anbieten zu können.

Zertifizierungen

Zum Nachweis, dass das Tumorzentrum Hirslanden Zürich diese und weitere Anforderungen wie etwa hohe Mindestfallzahlen erfüllt, ist es seit November 2018 als European Cancer Centre zertifiziert. Als solches vereint es unter seinem Dach aktuell neun ebenfalls zertifizierte Organkrebszentren: das Brustkrebszentrum, das Gynäkologische Krebszentrum sowie das Leukämie- und Lymphom-Zentrum. Dazu kommen das Uroonkologische Zentrum mit dem Blasen-, dem Nieren- und dem Prostatakrebszentrum sowie das Viszeralonkologische Zentrum, das in die Krebszentren für die Organe Bauchspeicheldrüse, Darm und Speiseröhre untergliedert ist. Weitere Organkrebszentren wie das Neuroonkologische Zentrum und das Lungenkrebszentrum streben die Zertifizierung an (vgl. Abb. 1).

Das Tumorzentrum Hirslanden Zürich geht bei der interdisziplinären Vernetzung weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus, indem es auch die umfangreichen Vorgaben der deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erfüllt.

Nachweislich höhere Behandlungsqualität

Die Zertifizierung des Tumorzentrums Hirslanden Zürich ebenso wie jene der Organkrebszentren sind mit einem beachtlichen Aufwand verbunden. Dass sich dieser Aufwand lohnt, weil damit ein Mehrwert für die Patientinnen und Patienten verbunden ist, konnte kürzlich in einer gross angelegten Studie nachgewiesen werden. Sie hat die «Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren» untersucht und ist dabei zum Schluss gekommen, dass eine Behandlung in solchen Zentren die Überlebenschance von Krebspatientinnen und -patienten signifikant erhöht.

Abb. 1
Das Tumorzentrum Hirslanden Zürich ist ein von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziertes European Cancer Centre und vereint unter seinem Dach diverse Organkrebszentren, die ebenfalls zertifiziert sind oder eine Zertifizierung anstreben. Die Querschnittsfächer und die unterstützenden Funktionen arbeiten mit allen Organkrebszentren sehr eng zusammen.

Patientenmanagement

Nach einer Krebsdiagnose und während des Behandlungsverlaufs können viele Fragen und Anliegen auftreten, die über das Medizinische hinausgehen und ganz unterschiedliche Themen betreffen – vom Alltag über den Beruf bis zur Familienplanung. Im Sinne einer ganzheitlichen Betreuung umfasst das Tumorzentrum Hirslanden Zürich deshalb auch viele unterstützende Angebote für jede Phase der Erkrankung. Begleitend zur Seite stehen den Patientinnen und Patienten dabei die Mitarbeitenden des Patientenmanagements. Sie informieren und beraten diese zu den verschiedenen unterstützenden Angeboten und koordinieren bei Bedarf den Kontakt zu den entsprechenden Fachpersonen und -stellen.

Zweitmeinungen

Bei jeder Krebserkrankung kann eine medizinische Zweitmeinung eine wichtige Entscheidungshilfe sein und den Patientinnen und Patienten mehr Sicherheit geben. Möglich ist eine Zweitmeinung in jeder Phase der Erkrankung bzw. der Behandlung.

Am Tumorzentrum Hirslanden Zürich werden Zweitmeinungen zeitnah in den interdisziplinären Tumorboards erarbeitet, wo ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten den bereits erhobenen Befund oder den bereits vorgeschlagenen Therapieplan gemeinsam anschauen und bewerten. Zu dieser gebündelten Expertise gehört namentlich auch die Behandlung von Metastasen. Für Zweitmeinungen verfügt das Tumorzentrum Hirslanden Zürich über ein eigens eingerichtetes Zweitmeinungsportal.

Interview mit Dr. Daniel Liedtke und Prof. Dr. med. Christoph Renner

Welchen Stellenwert hat die Krebsmedizin innerhalb der Hirslanden-Gruppe?

DL: Sie hat einen sehr hohen Stellenwert. Wir behandeln stationär jährlich rund 10 000 Patientinnen und Patienten mit einer Tumorerkrankung. Dank unseren interdisziplinären Tumorzentren, in denen verschiedene Spezialisten fachübergreifend in Tumorboards zusammenarbeiten, können wir eine Betreuung und Behandlung auf höchstem Niveau anbieten. Die hohe Qualität unserer Tumorzentren wird durch die Zertifizierungen der Deutschen Krebsgesellschaft bestätigt.

Das Tumorzentrum Hirslanden Zürich war das erste von heute drei zertifizierten European Cancer Centres in der Schweiz, die im Belegarztsystem betrieben werden. Welche Vorteile sind damit für die Patientinnen und Patienten verbunden?

CR: Sie profitieren davon, dass wir den Vorteil eines Belegarztsystems, nämlich die klare Fallführung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt, mit den Vorzügen eines zertifizierten Tumorzentrums verbinden. Dazu zählen die enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer, aber auch unterstützender Disziplinen, die breite Absicherung der Diagnose und auch der Therapie unter Leitung der Fallführerin oder des Fallführers und der Zugang zu innovativen Therapien.

Die Qualität einer Behandlung in einem zertifizierten Zentrum wird durch definierte Behandlungspfade und die Orientierung an Leitlinien gewährleistet. Bedeutet dies aus Patientensicht, dass es keinen Unterschied macht, von wem man konkret behandelt wird?

CR: Dies stimmt so nicht. Wir verstehen die vorgegebenen Behandlungspfade als Leitplanken, innerhalb derer die Behandlung stattfinden sollte. Die Expertise der behandelnden Ärztinnen und Ärzte spielt weiterhin eine grosse Rolle. Auch in dieser Hinsicht ist das Belegarztsystem mit erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten ein Vorteil: Deren persönliche Expertise verknüpft sich mit dem Leitliniensystem der jeweiligen Fachgesellschaften.

Sowohl die Klinik Hirslanden als auch die Klinik Im Park behandeln Krebserkrankungen. Wie arbeiten die beiden Kliniken auf diesem Gebiet zusammen und welchen Mehrwert ergibt sich daraus für die Patientinnen und Patienten?

DL: Die beiden Kliniken sind sowohl organisatorisch als auch fachlich eng verbunden, z. B. ist die Klinik Im Park ein Partnerstandort des zertifizierten Tumorzentrums der Klinik Hirslanden. Die Hirslanden-Gruppe kann deshalb auf der rechten wie auch der linken Seeseite wohnortnahe Diagnostikund Behandlungsmöglichkeiten für Krebskranke anbieten, was einen grossen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten darstellt. Zuweiserinnen und Zuweiser haben zudem die Wahl zwischen zwei Standorten mit einer hochstehenden medizinischen Versorgung.

Zu den wichtigsten Trends in der Medizin zählt die Verschiebung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich. Welche Bedeutung hat die Ambulantisierung in der Krebsmedizin und wie setzt die Hirslanden-Gruppe diese um?

DL: Eine ambulante Behandlung erlaubt es unseren Patientinnen und Patienten, während der Therapie im gewohnten, heimischen Umfeld zu wohnen. Das erhöht die Lebensqualität und ist insbesondere auch bei schweren Erkrankungen wichtig. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass alle Behandlungen, die ambulant möglich und sicher sind, auch ambulant durchgeführt werden sollten, nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil jeder Spitalaufenthalt ein Infektionsrisiko mit sich bringt, gerade bei Krebspatienten. Die Hirslanden-Gruppe baut deshalb ihr ambulantes Angebot ständig aus. Erwähnenswert sind Hirslanden-Ärztehäuser mit Spezialpraxen für Krebsmedizin oder auch die mittlerweile zahlreichen ambulanten chirurgischen Einheiten. Natürlich gilt es individuell zu entscheiden, ob eine ambulante Behandlung möglich ist oder ob eine stationäre Therapie notwendig wird.

Bei welchen Krebstherapien erwarten Sie die grössten Fortschritte und was bedeuten diese für das Tumorzentrum Hirslanden Zürich?

CR: Die grössten Fortschritte sind auf dem Gebiet der Molekularen Onkologie und der Tumorimmunologie zu erwarten. Die Molekulare Onkologie erlaubt uns, immer besser zu verstehen, welche Gene in der Tumorentstehung eine Rolle spielen und wie wir gezielt Medikamente einsetzen können. Um auf diesem Gebiet führend mit involviert zu sein, haben wir die molekulare Diagnostik ausgebaut und ein molekulares onkologisches Tumorboard aufgebaut. Dort besprechen wir komplizierte genetische Tumorerkrankungen und stellen den Zugang zu neuen, gezielt wirksamen Medikamenten her. Wahrscheinlich eine noch grössere Bedeutung wird die Tumorimmunologie haben. Wir wissen, dass viele Tumorzellen zwar vom Immunsystem erkannt werden, sich aber der Zerstörung entziehen können. Mit neuen Immun- und Zelltherapeutika können wir dem entgegensteuern und das Immunsystem gegen die Tumorzellen aktivieren. Damit ist zum Teil eine langfristige Heilung einzelner Tumorarten möglich. Zudem können solche Therapien vereinzelt schon heute eine Chemotherapie oder eine Operation ersetzen. Wir sind an der Entwicklung neuer immuntherapeutischer Verfahren beteiligt und bieten diese auch an. Zudem erweitern wir stetig unser Angebot an Immun- und Zelltherapien.

DL: Auch auf Gruppenebene treiben wir diese Entwicklungen voran. Mit Hirslanden Precise verfügen wir über ein ganzheitliches Angebot in der Genmedizin mit eigenem Labor. Dazu zählen genetische Analysen bei Krebserkrankungen mit einer entsprechenden Beratung. Aber auch für Familienangehörige von Betroffenen kann eine solche Analyse viele Vorteile bringen im Sinne der Prävention, die bei uns generell einen hohen Stellenwert einnimmt.

Dr. Daniel Liedtke ist CEO der
Hirslanden-Gruppe.

Prof. Dr. med. Christoph Renner ist
Chairman des Tumorzentrums
Hirslanden Zürich.

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Tumorzentrum Hirslanden Zürich

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Glossar

  • DEUTSCHE KREBSGESELLSCHAFT (DKG): Die Deutsche Krebsgesellschaft ist die grösste wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft in Deutschland. Sie engagiert sich für eine interdisziplinäre Krebsversorgung auf der Grundlage evidenzbasierter Medizin.
  • ZIELGERICHTETE THERAPIEN: Neuartige Medikamente, die sich gegen bestimmte biologische Merkmale des Tumors richten, die für das Tumorwachstum wichtig sind. Eine Behandlung ist nur möglich, wenn die Tumorzellen diese Merkmale aufweisen.
  • IMMUNTHERAPIEN: Verschiedene Therapieansätze, die das körpereigene Immunsystem nutzen, um Krebs zu bekämpfen. Zu diesem Zweck müssen diese Therapien die Ausweichstrategien der Tumorzellen gezielt umgehen. Bis heute sind erst wenige Immuntherapien für einzelne Krebsarten zugelassen. Sie bilden aber einen Schwerpunkt der Forschung.
Regina Gerdes
Regina Gerdes
Leiterin Marketing & Kommunikation
Klinik Hirslanden