Die Klinik Hirslanden setzt auf das Da-Vinci-5-System, intensiviert die internationale Zusammenarbeit mit Japan und fördert den chirurgischen Nachwuchs.

Die Behandlung von Speiseröhrenkrebs entwickelt sich dank moderner Technologie rasant weiter. Die Klinik Hirslanden in Zürich gehört zu den ersten Einrichtungen weltweit, die das neue Robotiksystem Da-Vinci-5 in diesem Fachbereich einsetzen. Bereits im Dezember 2025 erhielt die Klinik als erstes Spital in der Schweiz das hochmoderne Operationssystem. 

Für die Heilungschancen von Speiseröhrenkrebs ist die frühzeitige Erkennung entscheidend, gefolgt von einer konsequenten Entfernung des Tumors und der umliegenden Lymphknoten, über die sich Tumorzellen häufig zuerst im Körper ausbreiten. Die robotisch assistierte Chirurgie erlaubt es, diese Strukturen besonders exakt und schonend zu entfernen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies einen konkreten Fortschritt. Die Komplikationsrate bei solchen Eingriffen konnte im Vergleich zu früheren Verfahren um rund zwei Drittel gesenkt werden. Gleichzeitig ermöglicht das komplett minimal-invasive Vorgehen eine schnellere Erholung nach der Operation.

«Mit der robotisch assistierten Chirurgie erreichen wir heute eine Genauigkeit, die noch vor wenigen Jahren nicht möglich war. Hochmoderne Da-Vinci-Systeme erlauben es uns, noch minimalinvasiver zu operieren. Wir müssen bei bestimmten Tumoren nicht mehr zwischen den Rippen durch den Brustraum, sondern können Tumore sogar durch Zugänge vom Hals aus (Robotische transzervikale minimalinvasive Ösophagektomie) oder unterhalb der Rippen (Robotische subcostale minimalinvasive Ösophagektomie) entfernen. Das reduziert das Risiko pulmonaler Komplikationen, insbesondere Pneumonien, nach dem Eingriff entscheidend. Mit dem derzeit modernsten System Da-Vinci-5 eröffnen sich uns jetzt weitere signifikante Vorteile in puncto Sorgfalt und Radikalität bei der chirurgischen Entfernung des Tumors und der umliegenden Lymphknoten sowie bei der Rekonstruktion der Speiseröhre durch einen Teil des Magens», so Prof. Dr. med. Paul Magnus Schneider, Chairman des von der Deutschen Krebsgesellschaft DKG zertifizierten Speiseröhrenkrebszentrums der Klinik Hirslanden.

Parallel zum technologischen Ausbau stärkt die Klinik Hirslanden die internationale Zusammenarbeit. Künftig arbeitet das Team eng mit dem National Cancer Center in Tokio und dessen führendem Spezialisten Prof. Dr. Hiroyuki Daiko zusammen. In Japan wird diese Operationsmethode insbesondere mit dem Da-Vinci-5 bereits erfolgreich angewendet.

Der japanische Experte war kürzlich für zwei Tage an der Klinik Hirslanden zu Gast und begleitete gemeinsam mit dem chirurgischen Team robotisch assistierte Eingriffe. «Der Besuch stand im Zeichen unseres intensiven fachlichen Austauschs und unserer gemeinsamen Initiative, die robotisch assistierte Speiseröhrenchirurgie weiterzuentwickeln», verdeutlicht Prof. Paul Magnus Schneider. Gemeinsam wurde dabei u.a. eine total minimalinvasive robotisch assistierte Ösophagektomie (RAMIE) mit radikaler Lymphadenektomie durchgeführt – ein komplexer Eingriff, der dank des Da-Vinci-5-Systems mit besonderer Präzision bei der Lymphadenektomie gelingt. Der Patient hat diesen Eingriff sehr gut toleriert, wurde noch im Operationssaal extubiert und konnte in der ersten Nacht bereits mit Trinken beginnen. 

«Die Kombination aus modernster Robotik und chirurgischer Erfahrung eröffnet neue Möglichkeiten in der Behandlung des Speiseröhrenkarzinoms», sagt Prof. Hiroyuki Daiko. «Prof. Paul Magnus Schneider ist ein international anerkannter Spezialist für die Entfernung von Tumoren aus der Speiseröhre. Die Klinik Hirslanden hat eines der führenden zertifizierten Speiseröhrenkrebszentren in Europa. Ich freue mich sehr auf die klinische Zusammenarbeit und darauf, gemeinsam Operationstechniken mit dem Da-Vinci-5 weiterzuentwickeln, die Patientinnen und Patienten noch bessere Heilungschancen ermöglichen.»

Die Kooperation zeigt sich auch in der Nachwuchsförderung: Dr. med. Olga Meier, Fachärztin für Chirurgie und spez. Viszeralchirurgie aus dem Team von Prof. Schneider, war als Stipendiatin der European Society for Diseases of the Esophagus ein Jahr am Universitätsklinikum Mainz bei Prof. Dr. Peter Grimminger, dem führenden Zentrum für Robotic Ösophaguschirurgie in Deutschland. Im Rahmen eines Stipendiums vertieft Dr. Meier derzeit ihre Kenntnisse in Japan. Am National Cancer Center, dem grössten Zentrum für Speiseröhrenkrebschirurgie in Japan, intensiviert sie systematisch ihre chirurgische Expertise im Umgang mit dieser innovativen Technologie.

«Mit dem Einsatz des Da-Vinci-5-Systems und der internationalen Zusammenarbeit stärken wir unsere Position als eines der führenden Zentren für robotisch assistierte Chirurgie in Europa. Die Anwendungsgebiete werden fortlaufend geprüft und, wo sinnvoll, systematisch und strukturiert erweitert. Neu kommt beispielsweise der Einsatz in der Herzchirurgie hinzu. So können wir unseren Patientinnen und Patienten evidenzbasiert stets die modernsten und schonendsten Operationsverfahren bieten», sagt Dr. med. Rudolf M. Moos, stellvertretender Direktor und Leiter Medizinisches System der Klinik Hirslanden.

Da Vinci 5 Operationssystem - Internationale Zusammenarbeit
v.l.n.r. Prof. Dr. med. Paul Magnus Schneider, Prof. Dr. med. Hiroyuki Daiko, Dr. med. Olga Meier,
Direktor Marco Gugolz, stv. Direktor Dr. med. Rudolf M. Moos

Über Hirslanden

Die Klinik Hirslanden in Zürich ist das Flaggschiff der Hirslanden Gruppe mit ihren insgesamt 16 Kliniken. Sie ist das viertgrösste Listenspital im Kanton Zürich und zählt mehr als 1800 Mitarbeitende, 499 Partnerärztinnen und Partnerärzte sowie angestellte Ärztinnen und Ärzte. Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden per 31. März 2025 20097 Patientinnen, Patienten und Wöchnerinnen versorgt. Für die werdenden Mütter stehen 3 Gebärsäle zur Verfügung. Die Infrastruktur der Klinik Hirslanden umfasst des Weiteren 14 Operationssäle und 335 Betten. Auf der Notfallstation wurden im genannten Geschäftsjahr 12898 Notfalleintritte behandelt.

Hirslanden steht für eine qualitativ hochstehende, verantwortungsbewusste, vom einzelnen Menschen selbstbestimmte sowie effiziente integrierte Gesundheitsversorgung. Von der Geburt bis ins hohe Alter sowie von der Prävention bis zur Heilung – jederzeit, physisch und digital – konzentriert sich die Hirslanden-Gruppe gemeinsam mit privaten und öffentlichen Kooperationspartnern auf die Weiterentwicklung des «Continuum of Care».
Hirslanden differenziert sich im Markt als Systemanbieter mit erstklassiger medizinischer und Service-Qualität – gewährleistet durch hoch qualifizierte selbstständige Fachärztinnen und Fachärzte mit langjähriger Erfahrung, eine exzellente Pflege und erstklassige Services. Interdisziplinäre medizinische Kompetenzzentren, spezialisierte Institute und kompetente Kooperationspartner ermöglichen eine optimale und individuelle Diagnostik und Behandlung auch hochkomplexer Fälle, sowohl stationär als auch ambulant für Patientinnen und Patienten aller Versicherungsklassen.