Der Urin wird in den Nieren kontinuierlich produziert und über die Harnleiter in die Blase abtransportiert. Eine akute Unterbrechung dieses Urinabflusses löst die Nierenkolik aus. Der Rückstau des Urins bewirkt eine Drucksteigerung im Nierensystem, was einerseits zu den kolikartigen, wehenähnlichen Schmerzen führt, andererseits weitere Krankheitssymptome wie Übelkeit, Erbrechen, starkes Krankheitsgefühl und gestörte Darmtätigkeit auslöst. Ursache der Kolik ist meistens ein Nierenstein, welcher sich aus dem Innensystem der Niere gelöst hat, in den Harnleiter hinunterfällt und die Abflussbehinderung auslöst.

Eine Nierenkolik tritt meist überraschend und heftig auf, sodass eine vernünftige Prophylaxe kaum möglich ist. Der akute Schmerz ist leider oft so stark, dass meist ärztliche Hilfe notwendig wird. Eine gewisse Linderung kann lokale Wärmezufuhr oder Bewegung, wie Herumgehen und Hüpfen, bringen. Die Wärme wirkt schmerzlindernd, das Bewegen kann eine Lockerung des Steines im Harnleiter herbeiführen.

Häufig sind jedoch spezielle Kolik-Medikamente nötig, welche am schnellsten und nachhaltigsten wirken, wenn sie über eine Infusion direkt in die Blutbahn gespritzt werden. Führt dies nicht zu einer Besserung oder zum Abgang des Hindernisses, muss mit medizinischen Massnahmen geholfen werden. Mit moderner Technik kann das Hindernis schonend beseitigt werden.

Dazu geeignet sind die Steinzertrümmerung, die endoskopische Entlastung der Niere mittels eines Drainageschlauches (DJ) oder die direkte endoskopische Steinentfernung mit Hilfe von Spezialinstrumenten. Häufig ist der Patient rasch schmerzfrei, wenn die auslösende Ursache behoben ist.