Thymuskrebs, Thymom

Beim Thymuskrebs (Thymuskarzinom) handelt es sich um eine Krebserkrankung der Thymusdrüse, die im Brustkorb hinter dem Brustbein liegt. Tumoren in der Thymusdrüse werden allgemein auch als Thymome bezeichnet. Der Begriff Thymom umfasst gutartige und bösartige Tumoren der Thymusdrüse. Die gutartigen Thymome müssen wie die bösartigen operativ entfernt werden, da sie sich zu einem Thymuskrebs entwickeln können.

Die Thymusdrüse spielt im Kindesalter eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Immunsystems. In der Thymusdrüse entstehen zum Beispiel die T-Lymphozyten, wichtige Abwehrzellen gegen Bakterien und Viren. Im Erwachsenenalter bildet sich die Thymusdrüse bis auf einen kleinen Rest zurück.

Thymuskrebs oder Thymome sind seltene Erkrankungen.  In der Schweiz erkranken pro Jahr etwa 30 Menschen an einem Tumor der Thymusdrüse.  Ein Thymuskrebs wird mehrheitlich nach dem 50. Altersjahr diagnostiziert, kann aber im Prinzip in jedem Alter auftreten.

Warum ein Thymuskrebs oder ein Thymom entsteht ist nicht bekannt. Gelegentlich wird eine Verbindung mit anderen Erkrankungen des Immunsystems beobachtet. Zum Beispiel mit der Muskelschwäche Myasthenia gravis oder mit der Colitis ulcerosa.

Tumore der Thymusdrüse wachsen sehr langsam und werden daher oft zufällig bei einem Röntgen des Brustkorbes entdeckt. Beschwerden treten meist erst auf, wenn der Tumor aufgrund der Grösse auf benachbarte Organe wie die Luftröhre oder die Speiseröhre drückt. Dann können Schluckbeschwerden, Husten, Heiserkeit oder auch Atemnot auftreten.  Manchmal kommt es zu einer sichtbaren Stauung der Halsvenen, wenn der Tumor auf die obere Hohlvene im Brustkorb drückt.

Bei Verdacht auf einen Thymuskrebs wird eine Computertomographie oder eine MRI-Untersuchung durchgeführt. Zur Sicherung der Diagnose werden mittels einer Biopsie Tumorzellen entnommen und im Labor untersucht.

Die erste und wichtigste Massnahme bei der Behandlung ist die operative Entfernung des Tumors. Je nach Tumorart und Krankheitsstadium ist manchmal vor oder nach der Operation eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie notwendig. Auch gutartige Thymome müssen operativ entfernt werden, da sie mit der Zeit bösartig werden können oder zu gross werden. Die Tumoren der Thymusdrüse wachsen mehrheitlich nur in das umliegende Gewebe ein, ohne Metastasen zu bilden. Die Heilungsaussichten nach einer operativen Entfernung des Tumors sind daher im Allgemeinen gut. Mehr zu der Operation erfahren Sie im Kapitel Thymusoperation.

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