Oberarmbruch

Ein Oberarmbruch, medizinisch Humerusfraktur genannt, entsteht in der Regel durch die Einwirkung von grosser Gewalt bei einem Sturz auf den Oberarm. Häufig bricht der Knochen dabei nahe dem Schultergelenk und man spricht von einer Humeruskopffraktur oder proximalen Humerusfraktur. Wenn das Schultergelenk beteiligt ist, handelt es sich um eine Schulterfraktur. Brüche nahe dem Ellbogengelenk werden als distale Humerusfrakturen bezeichnet. Unkomplizierte Brüche ohne Knochentrümmer und Gelenkbeteiligung können konservativ behandelt werden. Bei Trümmerfrakturen oder Schulterfrakturen wird hingegen eine chirurgische Behandlung empfohlen.

Der Oberarmknochen (Humerus) stellt die Verbindung zwischen Ellbogengelenk und Schultergelenk dar. Für einen Oberarmbruch braucht es meist grobe Gewalt durch Sturz oder Schlag auf den Oberarm. Ältere Menschen mit Knochenschwund (Osteoporose) können allerdings schon bei leichter Krafteinwirkung beim Fallen mit Abstützen des Armes einen Oberarmbruch erleiden.

Bei einem Bruch des Oberarms treten sofort starke Schmerzen auf. Die Beweglichkeit des Oberarms oder der Schulter ist stark eingeschränkt. Meist kommt es zu einer Schwellung und zu einem Bluterguss (Hämatom) im Bereich der Bruchstelle. Wenn Nerven verletzt werden, können Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen auftreten.

Die Diagnose eines Oberarmbruchs kann normalerweise schon aufgrund des Unfallhergangs, der sichtbaren Frakturzeichen und der Beschwerden gestellt werden. Ein Röntgenbild gibt Aufschluss über die genaue Lokalisation und das Ausmass der Fraktur. Besteht ein Verdacht auf zusätzliche Verletzungen an Sehnen, Bändern oder dem Gelenk wird eine Computertomographie durchgeführt.

Die Behandlung eines Oberarmbruchs richtet sich nach dem Schweregrad des Bruches und nach der Lokalisation der Bruchstelle. Unkomplizierte Brüche, ohne Vorliegen von Knochentrümmern oder Weichteilverletzungen, können konservativ behandelt werden, sofern die Bruchstelle nicht nahe dem Schultergelenk liegt. Bei einer Fehlstellung des gebrochenen Knochens, muss der Bruch als Erstes unter örtlicher Betäubung gerichtet werden. Anschliessend besteht die konservative Behandlung aus einem Stützverband, welcher den Oberarm in rechtwinkliger Stellung an den Körper fixiert. Dieser Stützverband, auch Gilchrist-Verband genannt, wird zwei bis drei Wochen getragen. Anschliessend wird der Oberarm weiter mit einer Schultertasche gestützt. Während des Tragens der Schultertasche wird der Oberarm schrittweise wieder mobilisiert. Zuerst mit passiven und später mit aktiven Bewegungsübungen. Etwa ab sechs Wochen nach dem Bruch kann die Schultertasche weggelassen und der Oberarm zunehmend wieder belastet werden.

Bei Trümmerfrakturen oder bei Oberarmfrakturen nahe dem Schultergelenk sowie bei offenen Frakturen wird eine chirurgische Behandlung empfohlen. Mehr zu den chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie im Kapitel Operation bei Oberarmbruch.