Schwangerschaftsbluthochdruck

Bei etwa jeder 10. Frau tritt während der Schwangerschaft ein erhöhter Blutdruck auf. In ca. 4% der Fälle kommt zusätzlich eine verstärkte Eiweissausscheidung im Urin (Proteinurie) hinzu. Dieses Krankheitsbild wird Präeklampsie oder Gestose genannt. Die Präeklampsie stellt ein Risiko für Mutter und Kind dar. Frauen mit Präeklampsie müssen rechtzeitig diagnostiziert und überwacht werden.

Ein erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft liegt vor, wenn der Blutdruck über 140/90 mmHg ansteigt. Dabei muss unterschieden werden, ob der Blutdruck schon vor der Schwangerschaft erhöht war oder die Blutdruckerhöhung erst in der Schwangerschaft stattfand. Bei letzterem handelt es sich um eine Schwangerschaftshypertonie. Manchmal ist neben der Blutdruckerhöhung auch eine verstärkte Eiweissausscheidung über den Urin (Proteinurie) zu beobachten. In solchen Fällen spricht man von einer Präeklampsie, die ein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind darstellt. Die Präeklampsie kann zu Frühgeburten oder Entwicklungsrückständen beim Kind führen. Zudem kann sich aus einer Präeklampsie eine Eklampsie (im Volksmund Schwangerschaftsvergiftung) entwickeln, die einen lebensbedrohlichen Zustand für Mutter und Kind darstellt. Daher muss der Blutdruck während der Schwangerschaft regelmässig kontrolliert werden, um eine Präeklampsie frühzeitig zu entdecken.

Die genauen Ursachen für eine Präeklampsie sind unbekannt. Hormonelle und immunologische Anpassungen des mütterlichen Organismus an die zahlreichen Veränderungen bei einer Schwangerschaft spielen sicher eine Rolle. Mehrere Risikofaktoren sind bekannt, welche die Entstehung einer Präeklampsie begünstigen. Dazu gehören Diabetes, Bluthochdruck vor der Schwangerschaft, starkes Übergewicht, Nierenerkrankungen sowie höheres oder sehr niedriges Alter der schwangeren Frau.

Eine Präeklampsie entwickelt sich meistens in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Neben der Blutdruckerhöhung und der vermehrten Eiweissausscheidung weisen folgende Symptome auf eine Präeklampsie hin:

  • Ödeme und Wasseransammlungen an Händen oder im Gesicht
  • Plötzliche Gewichtszunahme
  • Wachstumsrückstand des ungeborenen Kindes
  • Bei schweren Fällen oder bei der Entwicklung zu einer lebensbedrohlichen Eklampsie kann es zu Kopfschmerzen, Sehstörungen und Krampfanfällen kommen

Die Diagnose wird aufgrund der Beschwerden, der Blutdruckmessung und der Urinuntersuchung gestellt. Neuerdings stehen Blutuntersuchungen zur Verfügung, die bei Frauen mit Verdacht auf Präeklampsie eine Risikoabschätzung erlauben.

Eine ursächliche Behandlung gegen die Präeklampsie gibt es nicht. Die Behandlung besteht vorwiegend in der engmaschigen Überwachung und der Verlaufsbeobachtung. Entwickelt sich eine Präeklampsie, muss die Schwangerschaft in der Regel im Spital überwacht werden. Bei schweren Fällen kann eine vorzeitige Entbindung durch Kaiserschnitt notwendig werden. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel Kaiserschnitt.