ABCDE-Regel zur Selbstuntersuchung der Muttermale
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Bei Hautkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Haut. Die Dermatologie unterscheidet unterschiedliche Formen von Hautkrebs: In den meisten Fällen liegt weisser Hautkrebs vor, zu dem sowohl das Spinalzellkarzinom als auch das Basalzellkarzinom zählen. Nicht ganz so häufig, dafür oft umso bösartiger, präsentiert sich schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom). Grundsätzlich gilt, dass die Heilungschancen bei frühzeitigem Erkennen durch eine Ärztin oder einen Arzt und eine geeignete Therapie sowohl im Fall des weissen als auch des schwarzen Hautkrebses gut sind.
Entsteht eine Krebserkrankung der Haut, hat das zur Folge, dass Zellen in der Haut unkontrolliert zu wachsen beginnen. Abhängig davon, welche Zellen mit unkontrolliertem Wachstum beginnen, liegen unterschiedliche Hautkrebsformen vor.
In der Schweiz sind fast ein Viertel aller Erkrankten zum Zeitpunkt der Entdeckung des bösartigen Tumors jünger als 50 Jahre. Das Durchschnittsalter von Personen, die an einem Basalzellkarzinom erkranken, liegt bei 60 Jahren. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass zunehmend jüngere Menschen daran erkranken und behandelt werden müssen. Frauen sind in etwa gleich oft betroffen wie Männer. Ein anderes Bild zeichnet sich beim Spinalzellkarzinom ab. Dieses tritt öfter bei Männern als bei Frauen auf. Bei einer Diagnose sind die Betroffenen im Durchschnitt 70 Jahre alt.
Das Melanom entsteht aus pigmentbildenden Hautzellen, sogenannten Melanozyten, in der Basalzellschicht, also der untersten Schicht der Oberhaut (Epidermis). Melanozyten sind für die Bräunung der Haut bzw. für die Schutzreaktion gegen Sonnenstrahlung zuständig.
Bei jeder zehnten von Hautkrebs betroffenen Person liegt ein Melanom vor. Dieses ist der bösartigste Hautkrebstyp sowie die fünfthäufigste Krebsart. In der Schweiz macht das Melanom 7 % aller Krebserkrankungen aus. Es kann schon früh Ableger (Metastasen) in anderen Organen bilden und somit lebensbedrohlich werden. In seltenen Fällen kann ein Melanom auch im Auge oder an der Schleimhaut (Anus, Genitalbereich, Nasennebenhöhlen) entstehen.
Sie möchten mehr über den schwarzen Hautkrebs erfahren? Hier geht es zu unserem Beitrag zu schwarzem Hautkrebs.
Bei weissem Hautkrebs handelt es sich um die häufigste Krebsart bei Menschen. Zu den weissen oder hellen Hautkrebsarten gehören das Basalzellkarzinom (Basaliom, Basalzellkrebs) sowie das Spinalzellkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs). Im Unterschied zum malignen Melanom weisen die weissen Hautkrebsarten in der Regel nur ein lokales Wachstum auf und bilden keine Ableger (Metastasen).
Basalzellkarzinom (Basaliom, Basalzellkrebs)
Das Basalzellkarzinom entwickelt sich aus Stammzellen zwischen Basalzellschicht und der oberen Lederhaut entlang von Haarfollikeln.
Spinalzellkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs)
Das Spinalzellkarzinom entwickelt sich aus Hornzellen (Keratinozyten) in der Stachelzellschicht. Bei der aktinischen Keratose und dem Morbus Bowen handelt es sich um mögliche Vorstufen dieser Hautkrebsform.
Sie benötigen weitere Informationen zu weissem Hautkrebs? Hier geht es zu unserem Beitrag zu weissem Hautkrebs.
UV-Strahlung (im Solarium oder Sonnenlicht) ist die Hauptursache aller drei Hautkrebsformen. Eine starke UV-Bestrahlung mit vielen Sonnenbränden begünstigt den schwarzen Hautkrebs. Tatsächlich kann er aber auch an Stellen entstehen, welche üblicherweise nicht mit Sonnenlicht in Berührung kommen, wie beispielsweise im Mund. Häufiges Sonnenbaden über viele Jahre und/oder regelmässige Sonnenbrände begünstigen dagegen weissen Hautkrebs (Spinalzellkarzinom, Basalzellkarzinom). Das grosse Risiko besteht hierbei weniger in einzelnen Sonnenbränden, sondern hauptsächlich in der Gesamtheit der Strahlendosis, welcher der Körper im Laufe des Lebens ausgesetzt ist.
Es gibt viele weitere Risikofaktoren, die für einzelne oder gleich mehrere Formen von Hautkrebs eine zentrale Rolle spielen können, darunter:
Da Hautkrebs unterschiedlich aussehen kann, sollte jeder neu aufgetretene, farblich veränderte, schnell wachsende oder blutende Hautfleck und bestehende Muttermal abgeklärt werden. Wie ein bösartiger Tumor aussieht und wo er meist entsteht, hängt von der Form des Krebses ab. Sollte eine Veränderung auftreten, lassen Sie sich am besten von einer Fachspezialistin oder einem Fachspezialisten untersuchen.
Der schwarze Hautkrebs ist tückisch, denn er kann überall am Körper auftreten, auch an Stellen, die selten bis nie das Licht der Sonne abbekommen. Er kann sich unter anderem auch als Hautkrebs auf der Kopfhaut, an Schleimhäuten im Genitalbereich oder unter Finger- und Fussnägeln entwickeln und zeigt sich als dunkler oder schwarzer Fleck, welcher erhöht, knotig oder flach sein kann.
Schwarzer Hautkrebs geht entweder aus bestehenden Pigmentflecken (Muttermalen, Leberflecken) hervor oder entwickelt sich neu auf der Haut. Um zu unterscheiden, ob es sich um schwarzen Hautkrebs oder doch nur um ein gesundes Pigmentmal handelt, kann die ABCDE-Regel helfen:
Wichtig: Zu beachten ist, dass bei schwarzem Hautkrebs nicht immer alle dieser Merkmale auftreten. Auch juckende Muttermale oder blutende Pigmentflecken können ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein.
Basalzellkrebs entwickelt sich insbesondere an sonnenexponierten Körperstellen wie beispielsweise in Form von Hautkrebs auf der Lippe, der Stirn, der Nase, auf Ohren, Glatzen und Handrücken. Der Rumpf sowie Arme und Beine von Patientinnen und Patienten sind seltener betroffen.
Eine Verhärtung der Haut ist oft ein erstes Anzeichen für ein Basalzellkarzinom. Aus diesem kann sich ein glasig-weissliches bis rötliches Knötchen bilden, in dem feinste Blutgefässe zu erkennen sein können. Schreitet die Krebserkrankung fort, kommt es an diesen Stellen zu nässenden Geschwüren oder Krusten.
Auch das Spinalzellkarzinom entsteht vor allem an Stellen, die oft der Sonne ausgesetzt sind. Es tritt als Hautknoten (oder -Knötchen) in Erscheinung. Ein solches nur langsam wachsendes Krebsgeschwulst verhornt und bildet eine Kruste, die aufbrechen und schliesslich nässen oder bluten kann.
Bei einer verdächtigen Veränderung an Ihrer Haut, werden im Erstgespräch zunächst Informationen zu Ihrer Krankengeschichte eingeholt. Im Rahmen der Anamnese wird in Erfahrung gebracht, wann Ihnen die Hautveränderung erstmals aufgefallen ist und ob sie sich seither in Grösse, Farbe oder Form verändert hat. Darüber hinaus wird eine Auskunft benötigt, ob Hautkrebsfälle bereits in Ihrer Familie aufgetreten sind. Im Anschluss daran können je nach Einschätzung unterschiedliche Arten von Untersuchungen folgen.
Die Haut am ganzen Körper wird geprüft. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Pigmentflecken, Auffälligkeiten aller Art und verdächtige Veränderungen der Haut gelegt. Zur Untersuchung wird ein spezielles Mikroskop, ein sogenanntes Dermatoskop oder Auflichtmikroskop verwendet.
Abhängig vom jeweiligen Fall kann die Entnahme einer Gewebeprobe (Hautbiopsie unter örtlicher Betäubung) für eine Diagnose notwendig sein. Schliesslich wird die Hautprobe im Labor untersucht. Dadurch kann festgestellt werden, ob es sich wirklich um Hautkrebs respektive eine Vorstufe von Krebs handelt. Sind die Hautveränderungen kleinflächig, können sie direkt vollständig ausgeschnitten und für eine Analyse ins Labor geschickt werden. Bei einem Melanom sind abhängig von der Tumordicke zusätzliche Abklärungen notwendig. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen, PET-CT oder eine Sentinellymphknotenbiopsie.
Wird der Verdacht auf Hautkrebs durch das Labor bestätigt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Zu diesen gehören bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computer- und Kernspintomografie. Diese Verfahren helfen bei der Ermittlung der exakten Lage und Ausdehnung sowie bei der Bestimmung des Schweregrades der Krebserkrankung.
Es stehen verschiedene Therapien zur Behandlung von Hautkrebs zur Verfügung, unter anderem Kältebehandlung, Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie. Die verschiedenen Therapieformen können auch miteinander kombiniert und auf die jeweilige Krebserkrankung von Patientinnen und Patienten angepasst werden. Ausschlaggebend für die Wahl der Therapie sind unter anderem die Lage des Krebses, die Form und Ausdehnung der Hautkrebserkrankung sowie Faktoren wie das Alter der Patientin oder des Patienten und der allgemeine Gesundheitszustand der erkrankten Person.
Die Entfernung von Hautkrebs wird üblicherweise ambulant durchgeführt. Bei Basaliomen und Spinaliomen ist die Krebserkrankung damit in der Regel beseitigt. Der Therapieerfolg bei Melanomen ist abhängig vom Stadium bzw. der Ausdehnung der Erkrankung. Bei Melanomen unter 1 mm liegt die Wahrscheinlichkeit eines Therapieerfolgs zwischen 94 und 98 %. Unabhängig davon, ob es sich beim behandelten Hautkrebs um einen weissen oder schwarzen Hautkrebs handelt, sind bei allen Betroffenen Kontrolluntersuchungen notwendig.
Einem Hauttumor kann am besten durch den Schutz der Haut vor zu viel UV-Strahlung vorgebeugt werden. Menschen mit einer grossen Anzahl von Muttermalen sollten diese regelmässig, im besten Fall jährlich, von einer Dermatologin oder einem Dermatologen kontrollieren lassen. Weiter lauten die wichtigsten Empfehlungen zur Vorbeugung gegen Hautkrebs:
Diese Empfehlungen sollten Menschen jeden Alters insbesondere dann befolgen, wenn ein erhöhtes Hautkrebsrisiko besteht, etwa wenn sie helle Haut haben oder bereits Fälle von Hautkrebs in der Familie aufgetreten sind. Auch sehr viele (mehr als 100) Pigmentmale am Körper, eine frühere Hautkrebserkrankung oder eine Immunschwäche können ein erhöhtes Hautkrebsrisiko mit sich bringen. In all diesen Fällen sind regelmässige Untersuchungen bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt zur Hautkrebs-Früherkennung sinnvoll.
Der weisse Hautkrebs, zu dem Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom zählen, ist die häufigste Art von Hautkrebs. Schwarzer Hautkrebs, auch Melanom genannt, tritt seltener auf, ist jedoch bösartiger.
Typische Symptome sind Hautveränderungen. Dazu zählen unter anderem neue oder sich verändernde, auffällige Muttermale, Änderungen von Farbe oder Form der Muttermale, nicht heilende Stellen oder Blutungen. Beim malignen Melanom können diese Anzeichen früh auftreten. Es ist daher äusserst wichtig, diese zur Prävention von einer Hautärztin oder einem Hautarzt untersuchen zu lassen.
Hautkrebs lässt sich frühzeitig erkennen, wenn die Haut regelmässig selbst kontrolliert und schliesslich durch eine Ärztin oder einen Arzt untersucht wird. Auffällige Veränderungen sollten auf jeden Fall frühzeitig von einer Hautärztin oder einem Hautarzt untersucht werden, um die Chancen eines Therapieerfolgs zu vergrössern.
Ja, ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, kann erblich bedingt sein. Besonders beim Melanom spielt Veranlagung eine Rolle. Dennoch entstehen die meisten Fälle hauptsächlich aufgrund von UV-Strahlung, Sonne und häufigem Sonnenbrand.
Hautkrebs ist oft heilbar, wenn er früh entdeckt wird. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Therapie bis Operation, abhängig vom Tumor. Patienten mit frühem Befund haben meist sehr gute Heilungschancen.