Menstruationsstörungen

Unter Menstruationsstörungen werden verschiedene Störungen der monatlichen Regelblutung zusammengefasst. Dazu gehören übermässig lange und starke Blutungen (Menorrhagie), zu starke Blutungen (Hypermenorrhoe), zu schwache Blutungen (Hypomenorrhoe), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) und unregelmässige oder zu häufige Blutungen (Polymenorrhoe). Ist die Regelblutung mit starken Schmerzen verbunden, spricht man von einer Dysmenorrhoe. Ein eigenständiges Krankheitsbild ist das sogenannte Prämenstruelle Syndrom. Dieses wird im Kapitel Prämenstruelles Syndrom erläutert.

Die Dauer eines normalen Menstruationszyklus beträgt etwa 28 Tage. Individuell können Abweichungen von zwei bis drei Tagen auftreten. Jeder Zyklus wird mit einer Blutung abgeschlossen, wobei der erste Tag der Regelblutung als Beginn des neuen Zyklus gezählt wird. Die Regelblutung dauert im Normalfall vier bis fünf Tage. Übermässige Abweichungen von der Zyklusdauer, der Blutungsdauer und vom Ausmass der Blutung werden als Menstruationsstörungen bezeichnet.

Von zu starker Regelblutung spricht man, wenn der Blutverlust pro Periode über 80 ml beträgt. Der Grund für den hohen Blutverlust kann entweder eine sehr starke  Blutung  bei normaler Menstruationsdauer sein, oder eine zu lange Menstruationsdauer von über 7 Tagen. Im ersten Fall spricht man von einer Hypermenorrhoe, im zweiten von Menorrhagie. Meist sind Veränderungen in der Gebärmutter wie Myome, Endometriose oder Entzündungen für die starke Blutung verantwortlich. Zu starke Blutungen können zu einem Eisenmangel oder zu einer Blutarmut führen. Die Behandlung besteht in der Beseitigung der organischen Ursachen wie Myome oder einer Endometriose. Liegt keine organische Ursache vor, können Hormonpräparate eingesetzt werden.

Sehr schwache Regelblutungen werden als Hypomenorrhoe bezeichnet. Eine Hypomenorrhoe liegt vor, wenn der Blutverlust weniger als 25 ml beträgt. Die Blutungsdauer ist oft auf ein bis zwei Tage verkürzt oder es treten nur schwache Schmierblutungen auf. Die Hypomenorrhoe tritt am häufigsten zu Beginn der Wechseljahre auf.

Ein Ausbleiben der Regelblutung wird als Amenorrhoe bezeichnet. Von primärer Amenorrhoe spricht man, wenn die erste Regelblutung bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ausbleibt. Ursache können Hormonstörungen oder Missbildungen in den Eierstöcken oder der Gebärmutter sein. Eine sekundäre Amenorrhoe liegt vor, wenn die Regelblutung bei Frauen plötzlich ausbleibt, die vorher normale Menstruationszyklen gehabt haben. Hormonstörungen, Stress, extreme sportliche Belastung, extremes Fasten oder Essstörungen (Anorexie) können zu einer sekundären Amenorrhoe führen.

Zu häufige Regelblutungen werden als Polymenorrhoe bezeichnet. Gemäß Definition liegt eine Polymenorrhoe vor, wenn die Zyklusdauer weniger als 25 Tage beträgt. Die Ursache liegt meist in einer Störung des Regelkreises zwischen Hirn und Hormonen, welcher den Menstruationszyklus steuert. Zur Behandlung und Normalisierung des Zyklus können Hormonpräparate eingesetzt werden.

Eine Menstruationsstörung, die durch übermäßig starke Menstruationsschmerzen charakterisiert ist, wird als Dysmenorrhoe bezeichnet. Bei einer Dysmenorrhoe kommt es zu kolikartigen Unterleibsschmerzen während der Regelblutung oder zu starken Rückenschmerzen. Häufig sind junge Frauen davon betroffen, ohne dass eine organische Ursache dafür gefunden werden kann. Im Alter zwischen 30 und 40 Jahren kann es aufgrund von Veränderungen in der Gebärmutter (Myome, Endometriose) zu übermässig starken Menstruationsschmerzen kommen. Bei organischen Ursachen besteht die Behandlung in der Beseitigung der Gebärmutterveränderungen.  Liegt keine organische Ursache vor, steht die Schmerzbehandlung im Vordergrund. Entspannungsübungen und Bewegungsübungen können helfen, die Schmerzen zu lindern.