Bei der Bindehaut (Konjunktiva) handelt es sich um das dünne Gewebe, das sich teilweise unter der Augenliderinnenseite befindet. Liegt eine Entzündung der Bindehaut vor, machen sich Jucken, rote Augen und Schmerzen als erste Krankheitsanzeichen bemerkbar. Der Verlauf ist meist harmlos, lange andauernde oder unbehandelte Bindehautentzündungen können jedoch zu Komplikationen führen.
Übersicht zur Bindehautentzündung
Die Funktion der Bindehaut besteht darin, die Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche der Augen zu verteilen. Ist sie entzündet, macht sich das in Form von Jucken, Brennen oder geröteten Augen bemerkbar.
Zwar verläuft die durch Bakterien oder Viren ausgelöste Bindehautentzündung (Konjunktivitis) in den meisten Fällen harmlos, dennoch sollten Personen bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung unbedingt ärztlichen Rat bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt einholen. Nicht zuletzt, um eine eindeutige Diagnose und eine entsprechend geeignete Behandlung zu erhalten.
Die Konjunktivitis zählt weltweit zu den häufigsten Augenleiden und kann Menschen aller Altersgruppen betreffen. Besonders gefährdet sind Kinder, da deren Immunsystem noch nicht gänzlich ausgereift ist. Ob eine Konjunktivitis ansteckend ist oder nicht und welche Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen, ist von der Ursache der Entzündung abhängig.
Eine Bindehautentzündung beginnt häufig erst in einem Auge, dennoch können sehr rasch auch beide Augen betroffen sein, beispielsweise verursacht durch unachtsames Augenreiben. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome einer Bindehautentzündung vergehen meist fünf bis zwölf Tage. Die Symptome einer akuten Bindehautentzündung halten ungefähr ein bis zwei Wochen an.
Bindehautentzündungen können zwar von selbst abklingen, dennoch sollten Sie sicherheitshalber eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um den Krankheitsverlauf nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Schlimmstenfalls können Komplikationen auftreten, was im Falle einer unbehandelten Entzündung ernsthafte Folgen haben kann.
Formen der Bindehautentzündung
Grundsätzlich ist zwischen der akuten und der chronischen Bindehautentzündung sowie zwischen der infektiösen und der nicht-infektiösen Form der Entzündung zu unterscheiden.
- Die Gonokokken-Konjunktivitis: Eine eitrige Bindehautentzündung, durch die eine Schädigung der Hornhaut verursacht werden kann. Unbehandelt können die Symptome dieser Bindehautentzündung zur Erblindung führen.
- Das Trachom: Diese Form der Bindehautentzündung wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst und befällt beide Augen. Die als Einschlusskonjunktivitis bekannte Infektion ist die weltweit häufigste Erkrankung der Augen, kann zur Erblindung führen und gehört frühzeitig ärztlich behandelt.
- Das okuläre Pemphigoid: Dabei handelt es sich nicht um eine Bindehautentzündung, sondern um eine Autoimmunerkrankung, die jedoch eine Bindehautentzündung hervorrufen kann. Eine solche kann dazu führen, dass das Bindegewebe einerseits schrumpft und andererseits vernarbt. Insbesondere ältere Menschen sind von dieser Form der Konjunktivitis betroffen.
Ursachen
Abhängig von der Art der Bindehautentzündung kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Am häufigsten sind Infektionen mit Viren oder Bakterien sowie allergische Reaktionen für eine Bindehautentzündung verantwortlich. Aber auch UV-Strahlung oder Fremdkörper im Auge können zu einer Konjunktivitis führen.
Infektiöse Bindehautentzündung
Es gibt zahlreiche mögliche bakterielle und virale Erreger von Bindehautentzündungen. Während überwiegend Viren, wie Adenoviren oder Herpesviren bei Erwachsenen Auslöser einer Konjunktivitis sind, kommt es bei Babys und Kindern eher durch Bakterien wie Streptokokken, Pneumokokken, Staphylokokken oder Chlamydien zur Bindehautentzündung. Selten sind auch Parasiten die Ursache einer infektiösen Konjunktivitis. Für eine solche Bindehautentzündung kommen viele Übertragungswege infrage, unter anderem:
- Reiben der Augen: Dadurch gelangen Krankheitserreger auf die Hände, wodurch sich andere, etwa durch einen Handschlag oder das Berühren derselben Gegenstände, anstecken können.
- Sprechen, Husten oder Niesen: Eine Bindehautentzündung kann auch durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden.
- Ansteckung im Geburtskanal: Ist eine werdende Mutter an Konjunktivitis erkrankt, kann sich ein Neugeborenes im Geburtskanal mit Erregern der Bindehautentzündung infizieren.
- Verschmutzte Kontaktlinsenbehälter: Kontaktlinsenbehälter müssen zwingend sauber gehalten werden. Andernfalls kann es in den Flüssigkeiten zu einer Ansammlung von Bindehautentzündungserregern kommen
Nicht-infektiöse Bindehautentzündung
Es gibt nicht nur zahlreiche Ursachen für infektiöse Bindehautentzündungen, sondern auch für nicht-infektiöse Formen der Konjunktivitis, unter anderem:
- Äussere Reize: Staub, Schmutz, Rauch, Chlorwasser oder Verletzungen können eine nicht-infektiöse Bindehautentzündung auslösen.
- Mangel an Tränenflüssigkeit: Werden die Augenoberflächen trocken, kann es zu Gewebeschäden oder einer Bindehautentzündung kommen.
- Allergien: Ob Medikamente, Blütenpollen oder andere Allergene: Sobald es zu Augenreizungen kommt, kann eine Bindehautentzündung folgen.
- Pilze: Gewisse Pilze wie zum Beispiel Candida oder Aspergillus können zum Auslöser einer Konjunktivitis werden.
Symptome
Hauptsächliche Beschwerden bei einer Bindehautentzündung sind gerötete Augen, Brennen oder Jucken, ein Fremdkörpergefühl im Auge und verstärkter Tränenfluss. Das Bewegen der Augenlider kann zudem Schmerzen verursachen. Darüber hinaus kann es zu verklebten Augen kommen.
Oft sondern die Augen bei einer Bindehautentzündung ein Sekret ab, das temporär verschwommenes Sehen verursachen kann. Während dieses bei viralen oder allergischen Bindehautentzündungen wässrig oder weiss ist, liegt bei einer bakteriellen Bindehautentzündung in der Regel ein eitriges Sekret vor.
In gewissen Fällen kann eine Konjunktivitis zu Komplikationen, wie beispielsweise entzündeten Augenlidern oder geschwollenen Lymphknoten führen. Treten diese Symptome auf, sollten Betroffene sich ärztlich untersuchen lassen, um schwerwiegendere Komplikationen zu vermeiden.
Übrigens: Aufgrund der typischen Augenrötung wird die Bindehautentzündung im Englischen zuweilen als “pink eye” bezeichnet. Die Rötung ist auf eine verstärkte Durchblutung sowie auf das Hervortreten der Blutgefässe der Bindehaut zurückzuführen.
Diagnose
Die Diagnose einer Bindehautentzündung wird aufgrund der charakteristischen Beschwerden und mit einer Augenuntersuchung gestellt: Mithilfe einer sogenannten Spaltlampe leuchtet die Augenärztin oder der Augenarzt unterschiedliche Bereiche des Auges aus und beurteilt schliesslich stark vergrösserte Details. Geprüft wird unter anderem, ob Schwellungen oder Verletzungen vorhanden sind und ob das Auge Sekrete absondert.
Die Art der Sekrete kann Hinweise dazu liefern, ob es sich bei der vorliegenden Bindehautentzündung um eine virale oder eine bakterielle Konjunktivitis handelt. Diese Unterscheidung ist insbesondere deshalb wichtig, weil die unterschiedlichen Konjunktivitiden verschiedene Therapien erfordern.
Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung kann der Erreger mit einem Augenabstrich festgestellt werden. Ein Antigen-Schnelltest kann im Anschluss an den Abstrich zeigen, ob sich Adeno-Viren in der entnommenen Probe befinden, von welchen eine besonders grosse Ansteckungsgefahr ausgeht.
Die Probe des Sekrets kann in einem weiteren Schritt im Labor untersucht werden. Dort kann der Erreger der Bindehautentzündung genau bestimmt werden. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Verdacht besteht, dass die Patientin oder der Patient von einer besonderen Form der Bindehautentzündung betroffen ist.
Besteht ein Verdacht auf eine allergische Bindehautentzündung, werden Allergietests durchgeführt, um das auslösende Allergen zu identifizieren.
Behandlung
Die Art der Behandlung einer Bindehautentzündung richtet sich nach der Ursache.
Behandlung: allergische Konjunktivitis
Bei allergischen Bindehautentzündungen werden anti-allergische Augentropfen eingesetzt. Wichtig ist zudem eine Verhaltensumstellung der Patientinnen und Patienten: Auslösende Allergene gilt es zu meiden.
Behandlung: bakterielle Konjunktivitis
Bakterielle Bindehautentzündungen können mit antibiotischen Augentropfen behandelt werden.
Behandlung: virale Konjunktivitis
Bei viralen Bindehautentzündungen steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund, denn es gibt gegen die meisten Viren, welche Bindehautentzündungen verursachen, keine ursächlich wirkenden Medikamente. Nur bei wenigen Arten von Viren, etwa Herpesviren, kommt eine Therapie mit antiviralen Salben oder Augentropfen infrage.
Kortisonhaltige Augentropfen finden Verwendung, um gegen verschwommenes Sehen oder bei Lichtüberempfindlichkeit zu helfen. Patientinnen und Patienten können ihre gereizten Augen zudem auch selbst mit einfachen Mitteln beruhigen: Ein warmer (oder kalter) Waschlappen, der auf den Bereich der Augen gelegt wird, kann den unangenehmen Juckreiz und Spannungsgefühle reduzieren.
Prävention
Infektiöse Bindehautentzündungen sind häufig sehr ansteckend. Hygienische Massnahmen wie das Händewaschen, das Vermeiden von Körperkontakt und das Verwenden von getrennten Handtüchern können dabei helfen, Übertragungen zu verhindern. Auch häufiges Desinfizieren der Hände kann Sie davor bewahren, dass sich die Bindehautentzündung von einem auf das andere Auge überträgt, oder sich weitere Personen anstecken.
Übrigens: Gewisse Viren können auf Metalloberflächen und Kunststoff sehr lange überleben, teilweise länger als einen Monat. Daher ist es ratsam, auch Oberflächen, mit denen Sie in Kontakt gekommen sind, zu desinfizieren.
Was hilft am schnellsten gegen eine Bindehautentzündung?
Eine effiziente und schnelle Linderung bei einer Bindehautentzündung hängt von der Ursache ab: Bei bakterieller Konjunktivitis helfen antibiotische Augentropfen, bei allergischer Bindehautentzündung anti-allergische Augentropfen. Ein Hausmittel wie etwa ein warmer oder kalter, feuchter Waschlappen kann den Juckreiz und die Rötung der Augen reduzieren.
Soll man bei einer Bindehautentzündung zu Hause bleiben?
Bei infektiösen Bindehautentzündungen ist es angebracht, zu Hause zu bleiben, da die Erkrankung ansteckend ist. Indem Sie Ihre eigenen Handtücher nutzen, können Sie verhindern, dass andere Personen angesteckt werden. Somit tragen sie aktiv dazu bei, dass Ihre Mitmenschen gesund bleiben.
Woher weiss ich, ob ich eine Bindehautentzündung habe?
Typische Symptome einer Bindehautentzündung sind gerötete Augen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, vermehrter Tränenfluss und Absondern von Sekret. Bei auftretender Rötung und verklebten Augenlidern sollten Betroffene eine Augenärztin oder einen Augenarzt zur Diagnose aufsuchen.
Kann eine Bindehautentzündung von alleine heilen?
Viele akute Bindehautentzündungen heilen von selbst, besonders virale oder allergische Formen. Bei der bakteriellen Konjunktivitis oder bei schweren Beschwerden ist jedoch eine Behandlung durch eine Augenärztin oder einen Augenarzt wichtig, um Komplikationen wie Hornhautschäden zu vermeiden.
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