Angina pectoris

Die Angina pectoris, im Volksmund auch Herzenge genannt, ist eine Durchblutungsstörung des Herzens. Der Grund für die Durchblutungsstörung ist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefässe. In selteneren Fällen kann die Durchblutungsstörung auch durch einen Krampf (Spasmus) der Herzkranzgefässe ausgelöst werden.

Typische Symptome

Wegen der Durchblutungsstörung kommt es zu einer ungenügenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Dieser Mangel an Sauerstoff löst das typische Engegefühl in der Brust und die Brustschmerzen aus. Weil die Herzkranzgefässe von der Erkrankung betroffen sind, spricht die Medizin auch von der koronaren Herzkrankheit.

Ursachen der Angina pectoris

Die Arteriosklerose ist ein langsam fortschreitender Prozess. Die Angina pectoris tritt daher meist auch erst nach dem 40. Altersjahr auf. Mit zunehmendem Alter steigt deshalb das Risiko. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Weitere Risikofaktoren

  • Rauchen
  • Hoher Blutdruck
  • Hohes Cholesterin
  • Diabetes
  • Bewegungsmangel
  • Stress

Gemäss neusten Erkenntnissen können zudem auch kleinste Gefässentzündungen, beispielsweise bei einer Grippeerkrankung, an der Entwicklung einer Arteriosklerose beteiligt sein.

Welche Beschwerden treten auf?

Typischerweise treten die Beschwerden bei Angina pectoris in Situationen auf, wo das Herz vermehrt Sauerstoff benötigt. So etwa bei körperlicher Belastung oder bei Aufregung. Schmerzen in der Brustgegend, ausstrahlend in den Arm, in die Schulter oder ins Kinn sowie ein Engegefühl in der Brust sind charakteristische Symptome für die Erkrankung. Gelegentlich treten auch Schwindel und Kurzatmigkeit auf. Normalerweise sind die Schmerzen vorübergehend und verschwinden in Ruhe wieder oder spätestens nach Einnahme einer Nitroglycerin-Kapsel.

Wenn die Schmerzen über längere Zeit anhalten oder trotz Ruhe in der Intensität zunehmen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Es kann sich dann um eine instabile Angina pectoris oder sogar um einen Herzinfarkt handeln.

Wie wird eine Angina pectoris diagnostiziert?

Zur Diagnose und zur Abklärung der Angina pectoris werden verschiedenen Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören ein Belastungs-EKG, eine Koronar-Angiographie oder eine Herzkatheter-Untersuchung. Diese Untersuchungen dienen der Erkennung von Durchblutungsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Arteriosklerose in den Herzkranzgefässen. Bei leichter Arteriosklerose kann ein Medikament verschrieben werden. Oft reicht die Verschreibung von Nitroglycerin-Kapseln schon aus, um einen Angina pectoris Anfall rasch zu beenden.

Bei stärkerer Einengung der Herzkranzgefässe können diese mit einem Ballonkatheter erweitert werden. Oft wird dabei gleichzeitig ein Röhrchen (Stent) eingelegt, um die Stelle offen zu halten. Wenn die Erweiterung der Verengung nicht möglich ist, kann die Engstelle mit Gefässbrücken (Bypass) umgangen werden. Mehr zu diesen Eingriffen finden Sie im Kapitel Operationen und Eingriffe an Herzkranzgefässen. Selbstverständlich ist die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Angina pectoris.

Vorbeugung

Unter der Berücksichtigung einiger Richtlinien, lässt sich das Risiko für eine koronare Herzkrankheit bzw. für eine Angina pectoris mindern.

  • Achten Sie darauf, Ihre Blutfett- und Blutzuckerwerte auf gesundem Niveau zu halten.
  • Überprüfen Sie Ihren Blutdruck.
  • Vermeiden sie grössere physische und psychische Belastungen.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen.
  • Achten Sie auf regelmässige körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und einen gesunden Lebensstil.

 

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