Gallensteine

Gallensteine oder Gallenblasensteine sind kristallisierte Ablagerungen in der Gallenflüssigkeit. Die Steine können sich in der Gallenblase oder in den Gallengängen ablagern. Medizinisch wird die Krankheit Cholelithiasis genannt. Gallensteine sind die häufigste Ursache einer Gallenblasenentzündung. Für die Behandlung kommen verschiedene Methoden in Betracht: Operation, Zertrümmerung oder endoskopische Entfernung der Steine.

Die Gallenflüssigkeit besteht aus Wasser, Cholesterin, Lipiden und Gallensäure. Bei einem zu hohen Anteil an Cholesterin oder zu tiefem Anteil an Gallensäure, kann es zur Ausbildung von Gallensteinen kommen. Meist handelt es sich dabei um Cholesterinsteine.

Frauen sind etwa doppelt so häufig von Gallensteinen betroffen wie Männer. Neben dem weiblichen Geschlecht gelten fettreiche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Zuckerkrankheit sowie eine familiäre Disposition als weitere Risikofaktoren.

Gallensteine verursachen oft gar keine Beschwerden. Man geht davon aus, dass nur etwa ein Viertel der Betroffenen an Symptomen leidet. Wenn Beschwerden auftreten, sind es typischerweise kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch. Diese können von Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Schweissausbrüchen begleitet sein. Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht) oder Braunfärbung des Urins sind Anzeichen von einer Stauung der Gallenflüssigkeit und sollten rasch medizinisch abgeklärt werden.

Die Diagnose von Gallensteinen wird aufgrund der Krankheitsgeschichte, der Abtastung des Bauchs und mit Hilfe von weiteren Untersuchungen wie Ultraschall oder Endoskopie gestellt. Die endoskopische Untersuchung der Gallenwege wird Endoskopische-Retrograde-Cholangiopankreatographie (ERCP) genannt.

Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden sowie der Grösse und der Lokalisation der Gallensteine. Zur Linderung der Schmerzen werden Schmerzmittel und krampflösende Medikamente eingesetzt. Liegen die Gallensteine in der Gallenblase, so wird meist die Gallenblase chirurgisch mitsamt den Steinen entfernt. Die chirurgische Entfernung der Gallenblase verhindert am zuverlässigsten das erneute Auftreten von Gallensteinen. Mehr zu der Operation erfahren Sie im Kapitel Gallenblasenoperation. Eine Alternative zu der chirurgischen Behandlung stellt die Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) dar. Bei dieser Methode werden die Steine gezielt mit hochenergetischen Schallwellen von aussen zertrümmert. Da bei dieser Methode die Gallenblase erhalten bleibt, besteht das Risiko, dass sich wieder neue Steine bilden. Wenn Gallensteine in den Gallenwegen feststecken, können diese endoskopisch während einer endoskopischen retrograden Cholangiopankreatographie entfernt werden. Dazu wird ein Endoskop über Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm in die Gallenwege eingeführt.