Leukämie

Es gibt verschiedene Arten von Leukämie (Blutkrebs). Einerseits wird unterschieden zwischen akuter und chronischer Leukämie. Andererseits wird die Krebsart nach den Blutzellen bezeichnet, die von ihr betroffen sind. Bei Erkrankung der Lymphozyten (gehören zu den weissen Blutkörperchen) spricht man beispielsweise von lymphatischer Leukämie und bei Erkrankung von anderen Blutzellen von myeloischer Leukämie.

Gemeinsam ist allen Formen von Leukämie, dass sie aus Vorläuferzellen, sogenannten Stammzellen, des Blutes entstehen. Die von der Leukämie betroffenen Vorläuferzellen vermehren sich dabei unkontrolliert und verdrängen die Bildung von gesunden Blutzellen. Die häufigsten Leukämieformen sind die akute lymphatische Leukämie (ALL), die akute myeloische Leukämie (AML), die chronische lymphatische Leukämie (CLL) und die chronische myeloische Leukämie (CML).

Pro Jahr erkranken in der Schweiz etwa 1000 Personen an einer Leukämie. Leukämie gehört damit zu selteneren Krebserkrankungen.  Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten. Im Kindesalter sind Leukämien, besonders die akuten Formen, sogar die häufigste Krebsart.

Die akuten Leukämien entwickeln sich rasant und führen in kurzer Zeit zu lebensbedrohlichen Zuständen, wenn sie nicht rasch behandelt werden. Die chronischen Leukämiearten entwickeln sich langsamer und haben oft einen langen Krankheitsverlauf, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

Für die meisten der Leukämiearten sind die Ursachen mehrheitlich unklar. Für die Chronische myeloische Leukämie jedoch liegt ein Gendefekt auf dem Chromosom 22 zugrunde. Das defekte Chromosom wird Philadelphia Chromosom genannt, nach dem Ort, wo dieser Gendefekt entdeckt wurde. Warum es zu diesem Gendefekt kommt, ist hingegen wiederum nicht bekannt. Risikofaktoren wie radioaktive Strahlen, bestimmte Chemikalien (Benzol, Formaldehyd) oder gewisse Medikamente (Zytostatika) können die Entstehung einer Leukämie begünstigen.

Die Beschwerden bei einer Leukämie sind sehr vielfältig und lassen sich vor allem auf die gestörte Blutbildung zurückführen. Blutarmut, Müdigkeit und Atemnot sind Anzeichen bei verminderter Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Bei gestörter Bildung der Blutplättchen (Thrombozyten) kommt es zu einer verstärkten Blutungsneigung, die sich in Nasenbluten oder Zahnfleischbluten äussern kann. Da auch die Abwehrzellen des Blutes bei einer Leukämie betroffen sind, treten vermehrt Infektionskrankheiten, Fieber und Entzündungen auf. Häufig kommt es zu einer schmerzhaften Vergrösserung der Milz oder der Leber. Weil die Blutbildung im Knochenmark stattfindet, können bei einer Leukämie auch Knochenschmerzen auftreten.

Die Diagnose einer Leukämie wird mit einer Blutuntersuchung und einer Untersuchung des Knochenmarks gestellt. Für die Untersuchung des Knochenmarks wird eine Knochenmarkbiopsie durchgeführt.

Die Behandlung der Leukämie richtet sich nach der Leukämieart und nach der Verlaufsform (akut oder chronisch). Je nach Leukämieart und Krankheitsstadium kommen Therapieformen wie Chemotherapie, Antikörpertherapie, Strahlentherapie oder Knochenmarktransplantation zum Einsatz. Leukämien im Kindesalter können heute mehrheitlich geheilt werden. Auch im Erwachsenenalter können bei bestimmten Formen, wie zum Beispiel bei der chronisch myeloischen Leukämie, sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt werden.