Lymphdrüsenkrebs

Der Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems. Dazu gehören Lymphgefässe und Lymphknoten. Wie bei gewissen Formen der Leukämie entstehen Lymphome aus Blutzellen, den Lymphozyten. Im Unterschied zur Leukämie ist aber bei einem Lymphom in der Regel nicht die Blutbildung im Knochenmark betroffen, sondern nur einzelne Lymphknoten. Daher kommt der Ausdruck Lymphdrüsenkrebs. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen von Lymphomen: Das Hodgkin-Lymphom und alle übrigen Lymphome, die unter der Bezeichnung Non-Hodgkin-Lymphom zusammengefasst werden. Das Hodgkin-Lymphom gehört zu den weniger aggressiven Lymphdrüsenkrebserkrankungen. Bei den Non-Hodgkin Lymphomen gibt es aggressive und weniger aggressive Formen.

Pro Jahr erkranken in der Schweiz etwa 1500 Personen an einem Lymphdrüsenkrebs. Damit ist der Lymphdrüsenkrebs die sechsthäufigste Krebsart in der Schweiz. 85% der Lymphdrüsenkrebserkrankungen sind Non-Hodgkin-Lymphome. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Ein Lymphdrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten, wobei das Hodgkin-Lymphom gehäuft im Alter zwischen 20 und 40 Jahren und die Non-Hodgkin-Lymphome oft erst nach dem 70. Altersjahr auftreten. Die Unterscheidung in die Hauptgruppen der Hodgkin-Lymphome und der Non-Hodgkin-Lymphome geschieht aufgrund der Eigenschaften und des Aussehens der Krebszellen.

Das Hodgkin-Lymphom, welches als charakteristische Eigenschaft sogenannte Riesenzellen enthält, wurde vom britischen Arzt Thomas Hodgkin entdeckt. Unter den Lymphomen gehört das Hodgkin-Lymphom zu den weniger bösartigen Lymphdrüsenkrebsarten. Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung sind die Heilungschancen gut.

Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen gibt es bösartige und weniger bösartige Formen. Aber auch bei den bösartigen Formen kann heute in vielen Fällen eine Heilung oder eine deutliche Lebensverlängerung erzielt werden.

Die Ursachen für die Entstehung eines Lymphoms sind nicht bekannt. Chronische Virusinfektionen wie HIV-Infektion oder Hepatitis sowie ein geschwächtes Immunsystem gelten als Risikofaktoren.

Charakteristische Beschwerden bei einem Lymphdrüsenkrebs sind Schwellungen der Lymphknoten und Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiss, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Geschwollene Lymphknoten kommen auch bei Infektionen oft vor und sind noch nicht unbedingt Grund zur Sorge. Wenn die Schwellung jedoch länger anhält als einige Tage und mit Beschwerden wie Gewichtsverlust oder Nachtschweiss verbunden ist, sollte sie ärztlich unbedingt abgeklärt werden.

Diagnostiziert wird ein Lymphdrüsenkrebs aufgrund der Krankheitsgeschichte und mit verschiedenen Untersuchungen. Dazu gehören Blutuntersuchungen, eine Biopsie von verdächtigen Lymphknoten und eine Knochenmarkspunktion.

Die Behandlung richtet sich nach der Art des Lymphdrüsenkrebses. Je nach Stadium der Erkrankung werden Chemotherapie, Strahlentherapie, oder eine Kombination von beidem eingesetzt. In bestimmten Situationen stellt die Stammzellentransplantation eine Behandlungsmöglichkeit dar.