Bei einer Lebensmittelvergiftung handelt es sich um eine Magen-Darm-Erkrankung. Diese Vergiftung wird infolge des Verzehrs von mit Toxinen belasteten oder verunreinigten Lebensmitteln ausgelöst. In unserem Beitrag erfahren Sie mehr zu den Symptomen, der Diagnose und der Behandlung einer Lebensmittelvergiftung.
Überblick
Wie bei einer ansteckenden Magen-Darm-Infektion spielen auch bei der Lebensmittelvergiftung Krankheitserreger eine zentrale Rolle: Auch die Lebensmittelvergiftung kann durch den Verzehr eines krankmachenden, sprich mit Toxinen belasteten oder verunreinigten Lebensmittels ausgelöst werden.
Tatsächlich führen in diesem Fall nicht die Erreger selbst zu Beschwerden. Vielmehr ist es so, dass die Erreger Giftstoffe (Toxine) produzieren, welche die typischen Beschwerden verursachen.
Im Gegensatz zur Magen-Darm-Infektion kann die Lebensmittelvergiftung nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Lebensmittelvergiftung Verlauf
Eine leichte Lebensmittelvergiftung heilt in der Regel innert weniger Tage von selbst aus, ohne dass eine spezielle medizinische Behandlung notwendig ist. Insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall jedoch zu Problemen führen, welche die Aufmerksamkeit eines Arztes oder einer Ärztin erfordern.
Achtung: Botulismus ist ein Sonderfall der Lebensmittelvergiftung, der nicht unterschätzt werden darf. Unbehandelt endet diese durch Neurotoxine ausgelöste Vergiftung innerhalb weniger Tage tödlich.
Ursachen
Lebensmittelvergiftungen können unterschiedliche Ursachen haben. Bakterielle Exotoxine beziehungsweise Enterotoxine in verunreinigten Nahrungsmitteln sind die häufigste Ursache. Als häufiger Toxinproduzent ist Staphylococcus aureus für eine Lebensmittelvergiftung verantwortlich, seltener Bacillus cereus oder Clostridien.
Grundsätzlich wird zwischen mehreren Arten von Lebensmittelvergiftungen unterschieden: Die Lebensmittelintoxikation und die Lebensmittelinfektion.
Die Lebensmittelintoxikation wird durch bereits im Lebensmittel vorhandene Toxine verursacht. Bei der Lebensmittelinfektion hingegen gelangen durch die Nahrungsmittelaufnahme Mikroorganismen in den Körper, die sich schliesslich vermehren und eine Infektion auslösen.
Im Fall von Lebensmittelintoxikationen treten Symptome oft schon nach wenigen Stunden auf, weil das Toxin bereits vorhanden ist. Bei Lebensmittelinfektionen hingegen vergehen meist mehrere Stunden bis Tage, da sich die Erreger zunächst vermehren müssen.
Eine Sonderform stellt die Toxikoinfektion dar, bei der aufgenommene Mikroorganismen erst im Darm Toxine bilden.
Welche Lebensmittel kommen als Ursache für Vergiftungen in Frage?
Da grundsätzlich jedes Nahrungsmittel bakteriell belastet sein kann, kommt der Verzehr zahlreicher Lebensmittel als Ursache für eine Lebensmittelvergiftung bei Menschen infrage. Ein besonders hohes Risiko für die Gesundheit besteht beim Verzehr proteinreicher Nahrungsmittel. Darunter fallen unter anderem:
- Milchprodukte
- Fleisch (insbesondere rohes Fleisch)
- Fisch
- Eier
Äusserst selten sind Vergiftungen durch Konserven, welche anaerobe Keime wie Clostridium botulinum oder Clostridium perfringens enthalten.
Nebst bakteriellen Toxinen kommen auch folgende Auslöser für eine Erkrankung infrage:
- Gifte von Pilzen (z. B. Amatoxin, Muskarin, Orellanin, Gyromitrin)
- Mykotoxine (z. B. Mutterkornalkaloide)
- Pflanzliche Toxine (z. B. Atropin, Scopolamin)
- Fisch- oder Schalentiertoxine (z. B. Tetrodotoxin)
- Histamin (z. B. Scombrotoxismus)
- Metalle bzw. Metallverbindungen (z. B. Zink, Blei, Antimon, Arsen)
Lebensmittelvergiftung Symptome
Ob Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall: Die Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung ähneln denen einer infektiösen Gastroenteritis oft stark. Ob Beschwerden auf das eine oder andere Krankheitsbild zurückzuführen sind, kann durch Laien meist kaum beantwortet werden.
Typische Symptome sind:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhö (Durchfall)
- Bauchkrämpfe
- Bauchschmerzen
- starkes Schwitzen
- Fieber
Fieber tritt seltener auf als bei einer bakteriellen Infektion.
Diese Beschwerden treten oft bereits nach einer bis wenigen Stunden auf, nachdem der Giftstoff in den Körper gelangt ist. Oft verspüren andere Personen, die das gleiche gegessen haben, dieselben Symptome.
Symptome können, je nach Erreger (z. B. Salmonellen), unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In besonders schweren Fällen sollte zwingend eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Warnzeichen und ärztliche Hilfe bei schwerem Durchfall
Wenn Symptome wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen länger als zwei bis drei Tage anhalten, sollte eine Ärztin oder ein Arzt zur Abklärung der Symptome aufgesucht werden. Auch in Fällen, in denen Beschwerden wie Fieber oder blutiger Durchfall auftreten, ist eine medizinische Untersuchung nötig.
Des Weiteren sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, wenn Babys, Kleinkinder, Schwangere, betagte Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem betroffen sind. Das Immunsystem dieser Patientinnen und Patienten ist in aller Regel weniger belastbar und reagiert empfindlicher auf Infektionen. In solchen Fällen können auch leicht wirkende Beschwerden schneller einen schweren und gefährlichen Verlauf nehmen.
Diagnose
Die Diagnose der Lebensmittelvergiftung basiert auf den Symptomen der Betroffenen. Verantwortliche Erreger oder deren Giftstoffe lassen sich meist im Labor nachweisen. Dazu werden Proben von Lebensmitteln, Stuhl oder Erbrochenem untersucht. Auf diese Weise lässt sich klären, ob es sich um eine Lebensmittelinfektion oder eine Lebensmittelintoxikation handelt.
Behandlung
Die Behandlung einer Lebensmittelvergiftung richtet sich nach dem Allgemeinzustand und den Symptomen der betroffenen Person. Für eine rasche Genesung sind die folgenden Massnahmen empfohlen:
- viel Flüssigkeit (Wasser und Tee) trinken, um den durch Durchfall und Erbrechen verursachten Flüssigkeitsverlust auszugleichen
- Elektrolytlösungen aus der Apotheke
- Schonung und Bettruhe für die Gesundheit
- der Verzehr von leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Zwieback oder Salzstangen
Prävention
Um eine Lebensmittelvergiftung zu vermeiden, ist eine sorgfältige Zubereitung von Speisen entscheidend. Besonders wichtig sind die richtigen Temperaturen beim Lagern und dem Kochen von Nahrungsmitteln. Doch auch das Bewusstsein für mögliche Risiken beim Verzehr von Lebensmitteln spielt eine wichtige Rolle.
So beugen Sie einer Lebensmittelvergiftung vor:
- Achten Sie in der Küche auf Hygiene.
- Zur Vorbeugung einer Lebensmittelvergiftung sollten Sie rohes Fleisch vollständig durchgaren.
- Waschen Sie Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich.
- Vermeiden Sie Kreuzkontamination zwischen verschiedenen Lebensmitteln.
Lebensmittelvergiftung, was tun?
Ausreichendes Trinken ist bei einer Lebensmittelvergiftung besonders wichtig. Wasser, Tee und Elektrolytlösungen helfen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ruhe und körperliche Schonung unterstützen die Genesung.
Wie schnell treten Symptome nach dem Essen auf?
Die ersten Symptome einer Lebensmittelvergiftung können bereits nach wenigen Stunden auftreten. Wann genau die Beschwerden beginnen, hängt vom Auslöser ab. In manchen Fällen zeigen sich die Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung erst nach einem oder mehreren Tagen.
Einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen: Wie geht das?
Gründliches Händewaschen, eine durchgehende Kühlung von Lebensmitteln und ausreichendes Erhitzen von Fleisch oder beispielsweise Eiern können das Risiko deutlich senken. Auch sauberes Arbeiten in der Küche ist wichtig.
Lebensmittelvergiftung Dauer: Wie lange dauert eine Lebensmittelvergiftung?
Die Dauer einer Lebensmittelvergiftung beträgt meist ein bis drei Tage. Der Verlauf kann jedoch je nach Ursache unterschiedlich sein. Halten die Beschwerden länger an oder verschlimmern sie sich, sollte immer ein ärztlicher Rat eingeholt werden.
Lebensmittelvergiftung: Was essen?
Gut verträgliches Essen wie Zwieback, Reis, Kartoffeln oder Salzstangen schonen den Magen und Darm und eignen sich daher besonders gut bei einer Lebensmittelvergiftung.
Welche Lebensmittel verursachen häufig Lebensmittelvergiftungen?
Häufige Auslöser sind rohes oder unzureichend gegartes Fleisch, Fisch, Eier sowie nicht ausreichend gekühlte Milchprodukte. Auch verunreinigtes Gemüse, Obst oder Speisen, die zu lange ungekühlt gelagert wurden, können Beschwerden verursachen.
Ist eine Lebensmittelvergiftung ansteckend?
Nein, eine Lebensmittelvergiftung ist nicht ansteckend. Wenn mehrere Menschen gleichzeitig an den gleichen Symptome einer Lebensmittelvergiftung leiden, stellt sich oft ein gemeinsames Essen als Ursache heraus.
Kann eine Lebensmittelvergiftung Fieber verursachen?
Ja, Fieber kann zu den Symptomen einer Lebensmittelvergiftung gehören. Tritt hohes Fieber auf oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand deutlich, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Können Muscheln eine Lebensmittelvergiftung auslösen?
Ja, Muscheln können eine Lebensmittelvergiftung verursachen. Deshalb sollten für den Verzehr angedachte Muscheln stets frisch sein und ausreichend erhitzt werden.